Ganzkörperhyperthermie

Die therapeutische Kraft kontrollierter Wärme

Die milde und moderate Ganzkörperhyperthermie nutzt die natürliche Reaktion des Körpers auf Wärme, um körpereigene Regulations-, Immun- und Stoffwechselprozesse gezielt zu unterstützen. Unter kontinuierlicher ärztlicher Überwachung wird die Körperkerntemperatur kontrolliert auf den natürlichen Fieberbereich angehoben. Als Bestandteil eines individuell abgestimmten integrativen Therapiekonzeptes kann sie unter anderem die Mikrozirkulation, den Zellstoffwechsel, die Sauerstoffversorgung des Gewebes sowie die Regenerationsfähigkeit des Organismus fördern.

Im med³ setzen wir eine technisch modernisierte Iratherm® 2000 ein und orientieren uns konsequent an den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Hyperthermie (DGHT). Besonders bei komplexen chronischen Erkrankungen, Post-COVID, ME/CFS und anderen Regulationsstörungen kann die Ganzkörperhyperthermie – häufig in Kombination mit der INUSpherese® – ein sinnvoller Baustein eines individuellen Behandlungskonzeptes sein. Jede Therapie erfolgt ausschließlich nach sorgfältiger ärztlicher Indikationsstellung und kontinuierlicher medizinischer Überwachung.

Medizinische Wärme – mehr als nur Erwärmung

Bei der milden und moderaten Ganzkörperhyperthermie wird die Körperkerntemperatur kontrolliert auf etwa 38,0 °C bis maximal 40,5 °C angehoben. Dieser Temperaturbereich entspricht dem natürlichen Fieberbereich, den der menschliche Organismus selbst zur Aktivierung komplexer biologischer Regulationsprozesse nutzt.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht eine möglichst hohe Temperatur, sondern die gezielte und schonende Aktivierung körpereigener Anpassungsmechanismen.

Zu den heute bekannten physiologischen Effekten gehören unter anderem

  • Aktivierung immunologischer Regulationsprozesse
  • Verbesserung der Mikrozirkulation und Gewebedurchblutung
  • Förderung des Zellstoffwechsels
  • Unterstützung vegetativer Regulationsmechanismen
  • Verbesserung der Sauerstoffversorgung des Gewebes
  • Aktivierung natürlicher Reparatur- und Regenerationsprozesse

Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hyperthermie beschreibt insbesondere die Verbesserung von Perfusion und Stoffwechsel sowie Einflüsse auf das Immun- und Hormonsystem als wesentliche Wirkmechanismen der Ganzkörperhyperthermie.

Integrative Medizin bedeutet Kombination sinnvoller Verfahren

Im med³ betrachten wir die Ganzkörperhyperthermie nicht als isolierte Maßnahme.

Jeder Mensch bringt unterschiedliche Ursachen, Belastungen und Regulationsstörungen mit. Deshalb entwickeln wir individuelle Therapiekonzepte, bei denen verschiedene Verfahren sinnvoll miteinander kombiniert werden können.

Je nach medizinischer Fragestellung kann die Ganzkörperhyperthermie beispielsweise mit

  • der INUSpherese®,
  • individuell abgestimmten Infusionskonzepten,
  • Mikronährstoffmedizin,
  • Ernährungsmedizin,
  • naturheilkundlichen Verfahren

verbunden werden.

Unser Ziel besteht nicht darin, einzelne Symptome isoliert zu behandeln, sondern den Organismus in seiner Regulationsfähigkeit zu unterstützen.

Ganzkörperhyperthermie und INUSpherese®

Die Kombination von Ganzkörperhyperthermie und INUSpherese® stellt einen besonderen Schwerpunkt unseres integrativen Behandlungskonzeptes dar.

Beide Verfahren verfolgen unterschiedliche therapeutische Ansätze und können sich sinnvoll ergänzen.

Während die INUSpherese® auf die gezielte Entlastung des Blutplasmas von ausgewählten belastenden Faktoren ausgerichtet ist, nutzt die Ganzkörperhyperthermie die kontrollierte Aktivierung physiologischer Regulationsmechanismen über Wärme, Mikrozirkulation, Stoffwechsel und Immunregulation.

Gerade bei komplexen chronischen Erkrankungen betrachten wir beide Verfahren daher nicht als konkurrierende Therapien, sondern als mögliche Bausteine eines individuell abgestimmten Gesamtkonzeptes.

Die Entscheidung, ob und in welcher Reihenfolge beide Verfahren eingesetzt werden, erfolgt ausschließlich nach sorgfältiger ärztlicher Diagnostik und orientiert sich an der individuellen Belastbarkeit sowie den therapeutischen Zielen.

Post-COVID, ME/CFS und postinfektiöse Erkrankungen

Viele chronische Erkrankungen gehen mit einer komplexen Störung verschiedener Regulationssysteme einher. Hierzu zählen unter anderem Veränderungen der Mikrozirkulation, der autonomen Regulation, des Energiestoffwechsels sowie immunologischer Prozesse.

Insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Post-COVIDME/CFS oder anderen postinfektiösen Beschwerdebildern verfolgen wir daher einen besonders individuellen und zurückhaltenden Behandlungsansatz.

Die milde Ganzkörperhyperthermie kann in ausgewählten Fällen als Bestandteil eines multimodalen Therapiekonzeptes sinnvoll sein. Aufgrund der häufig bestehenden Belastungsintoleranz, vegetativen Dysregulation und möglichen Wärmeempfindlichkeit erfolgen Indikationsstellung, Temperaturführung und Therapiedauer besonders sorgfältig und individuell.

Eine Kombination mit der INUSpherese® kann – sofern medizinisch sinnvoll – Bestandteil eines umfassenden integrativen Behandlungskonzeptes sein. Da diese komplexen Krankheitsbilder wissenschaftlich noch nicht vollständig verstanden sind, erfolgt jede Behandlung nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und ohne schematische Therapieprotokolle.

Unsere Technik

Für die Durchführung der Ganzkörperhyperthermie verwenden wir eine Iratherm® 2000.

Nach unserer Kenntnis gehört unsere Anlage zu den wenigen noch funktionsfähigen Systemen dieses Typs in Deutschland und der Schweiz. Durch eine umfassende technische Modernisierung entspricht sie dem aktuellen Stand der Technik und ermöglicht eine präzise Temperatursteuerung, kontinuierliche Temperaturmessung sowie die computergestützte Dokumentation sämtlicher relevanter Behandlungsparameter.

Die Erwärmung erfolgt mittels wassergefilterter Infrarot-A-Strahlung – einem Verfahren, das sich seit vielen Jahren in der medizinischen Ganzkörperhyperthermie bewährt hat und auch in der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hyperthermie beschrieben wird.

Qualität und Sicherheit

Eine medizinische Ganzkörperhyperthermie setzt Erfahrung, qualifiziertes Personal und standardisierte Abläufe voraus.

Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hyperthermie (DGHT) definiert hierfür klare Anforderungen an Temperaturkontrolle, Vitalparameterüberwachung, Dokumentation sowie die Qualifikation des Behandlungsteams.

Als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hyperthermie e. V. (DGHT) orientieren wir uns konsequent an diesen Qualitätsstandards.

Jede Behandlung erfolgt nach ausführlicher ärztlicher Untersuchung, individueller Indikationsstellung sowie kontinuierlicher medizinischer Überwachung.

Unser Verständnis von Hyperthermie

Wir verstehen die Ganzkörperhyperthermie nicht als reine Wärmeanwendung.

Wir verstehen sie als einen gezielten biologischen Reiz, der die Fähigkeit des Körpers zur Regulation und Anpassung unterstützen kann.

Deshalb steht im med³ nicht das Verfahren im Mittelpunkt, sondern immer der Mensch mit seiner individuellen Krankengeschichte, seinen Beschwerden und seinen persönlichen Therapiezielen.

Die Ganzkörperhyperthermie stellt hohe Anforderungen an Technik, Erfahrung und medizinische Überwachung. Deshalb orientieren wir uns konsequent an den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Hyperthermie (DGHT) sowie an der aktuellen Leitlinie zur Ganzkörperhyperthermie. Diese definiert unter anderem Anforderungen an Temperaturkontrolle, Vitalparameterüberwachung, Dokumentation sowie die Qualifikation des behandelnden Teams.

Als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hyperthermie (DGHT) ist uns die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung besonders wichtig. Die praktische Ausbildung unseres Teams erfolgte persönlich durch Prof. Dr. Holger Wehner, Mitautor der Leitlinie zur Ganzkörperhyperthermie und langjähriges Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der DGHT. Diese fundierte Ausbildung bildet gemeinsam mit unserer täglichen klinischen Erfahrung die Grundlage für eine sichere und qualitätsorientierte Durchführung der Ganzkörperhyperthermie.

Kosten

Die Ganzkörperhyperthermie ist eine technisch und personell anspruchsvolle medizinische Behandlung, die stets individuell geplant wird. Abhängig vom jeweiligen Therapiekonzept, der Behandlungsdauer sowie den begleitenden Infusionsleistungen liegen die Kosten in unserer Praxis zwischen etwa 505 € und 650 € pro Behandlung. Darin enthalten sind die ärztliche Betreuung, die Durchführung der Ganzkörperhyperthermie sowie die erforderlichen Materialkosten für die Hyperthermie und die individuell abgestimmte Infusionstherapie. Vor Beginn der Behandlung erhalten Sie selbstverständlich eine transparente persönliche Kostenaufstellung.

Unser Ziel ist es nicht, möglichst viele Therapien anzubieten. Unser Ziel ist es, für jeden Menschen die sinnvollste Kombination wissenschaftlich fundierter und erfahrungsmedizinischer Verfahren zu finden. Die Ganzkörperhyperthermie ist dabei – wie die INUSpherese® – ein wichtiger Baustein eines individuell abgestimmten integrativen Therapiekonzeptes.