Krankheitsbilder
Im med³, Ihrem privatärztlichen Zentrum für ganzheitliche Medizin, behandeln wir zahlreiche Krankheitsbilder. Zur genauen Abklärung sowie zur Überwachung des Gesundheitszustands während einer Erkrankung setzen wir auf moderne Diagnosetechnologien. Uns ist es zudem wichtig, Sie umfassend und individuell über Behandlungsoptionen aufzuklären. Bei Fragen oder Unklarheiten steht Ihnen unser Praxisteam gerne zur Verfügung. Vereinbaren Sie gern direkt einen Arzttermin. Wir freuen uns auf Sie!
Chronische Entzündungen
Chronic Fatique Syndrom (CFS/ME)
ME/CFS – Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom
Wenn Belastung krank macht
ME/CFS ist eine komplexe chronische Multisystemerkrankung, die das Immunsystem, das autonome Nervensystem, die Gefäßregulation, den Energiestoffwechsel und zahlreiche weitere Regulationssysteme des Körpers betreffen kann.
Die Erkrankung darf nicht mit gewöhnlicher Müdigkeit, einem Erschöpfungszustand nach Überarbeitung oder einem Burn-out verwechselt werden. Viele Betroffene waren vor Beginn der Erkrankung körperlich und geistig leistungsfähig. Nach einem häufig infektiösen oder immunologischen Auslöser kommt es jedoch zu einem teilweise dramatischen Verlust der körperlichen, geistigen und sozialen Belastbarkeit.
Das zentrale Merkmal von ME/CFS ist die sogenannte Post-Exertional Malaise – kurz PEM. Darunter versteht man eine unverhältnismäßige und häufig zeitverzögert auftretende Verschlechterung des gesamten Beschwerdebildes nach körperlicher, geistiger, emotionaler oder sensorischer Belastung.
Bereits alltägliche Tätigkeiten wie Duschen, Einkaufen, ein längeres Gespräch, konzentriertes Lesen oder ein Arzttermin können bei schwer Erkrankten einen solchen Zusammenbruch auslösen. Die Verschlechterung tritt teilweise erst Stunden oder am folgenden Tag auf und kann über Tage, Wochen oder länger anhalten.
ME/CFS ist mehr als chronische Erschöpfung
Die Bezeichnung „Chronic Fatigue Syndrome“ kann zu dem Missverständnis führen, es handele sich primär um Müdigkeit. Tatsächlich erleben Betroffene häufig ein vielschichtiges Krankheitsbild mit Störungen verschiedener Organsysteme.
Typische Beschwerden können sein:
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ausgeprägte körperliche und geistige Belastungsintoleranz
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Post-Exertional Malaise nach geringer Aktivität
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nicht erholsamer Schlaf und gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus
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Konzentrationsstörungen und verlangsamte Informationsverarbeitung
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Wortfindungsstörungen und sogenannter Brain Fog
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Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen
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grippeähnliches Krankheitsgefühl
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geschwollene oder schmerzhafte Lymphknoten
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Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen, Gerüchen oder Berührungen
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Schwindel, Herzrasen und Kreislaufprobleme beim Aufstehen
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Atemnot oder das Gefühl einer unzureichenden Sauerstoffversorgung
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Temperaturregulationsstörungen
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gastrointestinale Beschwerden und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
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histamin- oder mastzellassoziierte Reaktionen
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eine erhöhte Infektanfälligkeit oder anhaltende Immunaktivierung
Die Ausprägung reicht von relativ milden Verläufen bis zu schwersten Krankheitszuständen. Schwer Betroffene können dauerhaft an das Haus, das Bett oder einen abgedunkelten und geräuscharmen Raum gebunden sein.
Mögliche Auslöser
ME/CFS beginnt häufig nach einer Infektion. Zu den beschriebenen Auslösern gehören unter anderem:
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Epstein-Barr-Virus
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SARS-CoV-2
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Influenza- und andere respiratorische Viren
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Enteroviren
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Herpesviren
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bakterielle Infektionen
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Borrelien und mögliche Koinfektionen
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schwere immunologische Belastungen
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Operationen, Unfälle oder außergewöhnliche körperliche Belastungen
Nicht immer lässt sich rückblickend ein eindeutiges Ereignis bestimmen. Teilweise entsteht die Erkrankung offenbar aus dem Zusammenwirken mehrerer Belastungsfaktoren.
Aus integrativ-medizinischer Sicht betrachten wir deshalb nicht nur einen einzelnen Erreger oder Laborwert. Entscheidend ist die Frage, welche Regulationssysteme eines Menschen ihre Anpassungsfähigkeit verloren haben und welche Faktoren die Erkrankung möglicherweise weiterhin unterhalten.
Ein komplexes Regulationsgeschehen
ME/CFS lässt sich wahrscheinlich nicht durch einen einzigen Mechanismus erklären. Verschiedene biologische Veränderungen können sich gegenseitig beeinflussen und zu einem sich selbst verstärkenden Krankheitskreislauf führen.
Im Mittelpunkt der aktuellen Forschung und integrativ-medizinischer Behandlungskonzepte stehen insbesondere folgende Bereiche.
Fehlregulation des Immunsystems
Bei einem Teil der Betroffenen finden sich Hinweise auf eine anhaltende Immunaktivierung, eine veränderte Funktion bestimmter Immunzellen, Störungen der antiviralen Abwehr oder autoimmune Mechanismen.
Dabei kann das Immunsystem auch nach dem Abklingen einer ursprünglichen Infektion in einem fehlregulierten Aktivierungszustand verbleiben. Gleichzeitig können einzelne Bereiche der Immunabwehr funktionell geschwächt sein.
Funktionelle GPCR-Autoantikörper
Besondere Aufmerksamkeit erhalten Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, sogenannte GPCR-Autoantikörper.
Diese Rezeptoren sind an der Steuerung zahlreicher lebenswichtiger Funktionen beteiligt, beispielsweise:
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Gefäßweite und Gefäßspannung
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Herzfrequenz und Kreislaufregulation
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Durchblutung und Mikrozirkulation
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vegetative Regulation
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Immunantwort
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Stoffwechselsteuerung
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Reizübertragung im Nervensystem
Untersucht werden unter anderem Autoantikörper gegen beta-adrenerge, alpha-adrenerge und muskarinische Acetylcholinrezeptoren.
Solche Autoantikörper sind nicht automatisch krankheitsbeweisend. Entscheidend kann vielmehr ihre funktionelle Wirkung sein: Sie können Rezeptoren möglicherweise aktivieren, blockieren, in ihrer Regulation verändern oder ihre natürliche Anpassungsfähigkeit beeinträchtigen.
Bei Untergruppen von Menschen mit postinfektiösem ME/CFS wurden Zusammenhänge zwischen bestimmten GPCR-Autoantikörpern, der Schwere autonomer Beschwerden, eingeschränkter Gefäßregulation und der allgemeinen Krankheitsausprägung beschrieben. Sie stellen daher einen wichtigen möglichen Baustein des Krankheitsgeschehens dar – jedoch nicht die alleinige Erklärung für jede Form von ME/CFS.
Störung des autonomen Nervensystems
Viele Betroffene zeigen Zeichen einer Dysautonomie. Das autonome Nervensystem kann Blutdruck, Herzfrequenz, Atmung, Verdauung, Temperaturregulation und Gefäßweite nicht mehr ausreichend an wechselnde Anforderungen anpassen.
Mögliche Folgen sind:
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orthostatische Intoleranz
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posturales Tachykardiesyndrom, kurz POTS
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Herzrasen beim Aufstehen
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Blutdruckabfälle oder Blutdruckschwankungen
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Schwindel und Benommenheit
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kalte Hände und Füße
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eingeschränkte Stress- und Erholungsregulation
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Störungen von Verdauung und Temperaturkontrolle
Eine verminderte Herzfrequenzvariabilität kann auf eine eingeschränkte vegetative Anpassungs- und Regulationsfähigkeit hinweisen.
Mikrozirkulation und Endothelfunktion
Das Endothel bildet die innere Auskleidung unserer Blutgefäße und wirkt aktiv an der Steuerung von Durchblutung, Gerinnung, Immunreaktionen und Gefäßspannung mit.
Bei ME/CFS und verwandten postinfektiösen Syndromen werden Störungen der endothelialen Funktion und der Mikrozirkulation diskutiert. Obwohl im Blut ausreichend Sauerstoff vorhanden sein kann, erreicht dieser möglicherweise nicht jede Zelle in angemessener Weise.
Dies könnte zu Beschwerden wie Muskelschmerzen, Brain Fog, Belastungsintoleranz, kalten Extremitäten, Schwindel und verzögerter Erholung beitragen.
Zellulärer Energiestoffwechsel und Mitochondrien
Mitochondrien stellen einen wesentlichen Teil der für unsere Zellen benötigten Energie bereit. Bei ME/CFS handelt es sich nicht zwangsläufig um eine klassische genetische Mitochondrienerkrankung. Vielmehr können Entzündung, oxidativer und nitrosativer Stress, Durchblutungsstörungen, Nährstoffmängel und immunologische Signalwege die mitochondriale Energiegewinnung funktionell beeinträchtigen.
Betroffene beschreiben diesen Zustand häufig nicht als gewöhnliche Müdigkeit, sondern als das Gefühl, dass dem Körper auf zellulärer Ebene keine ausreichende Energie mehr zur Verfügung steht.
Die verminderte Belastbarkeit lässt sich deshalb nicht einfach durch Training überwinden. Eine Überschreitung der individuellen Energiegrenze kann die Erkrankung vielmehr verschlechtern.
Chronische Infektionen und Reaktivierungen
Neben dem ursprünglichen Auslöser können bei einzelnen Patienten persistierende Infektionen oder Reaktivierungen früher erworbener Erreger von Bedeutung sein.
Hierzu gehören je nach Krankengeschichte unter anderem Herpesviren wie Epstein-Barr-Virus, Cytomegalievirus oder humanes Herpesvirus 6 sowie Borrelien und mögliche Koinfektionen.
Ein positiver Antikörperbefund allein beweist jedoch keine aktive Infektion. Laborwerte müssen immer gemeinsam mit Beschwerden, Verlauf, Immunstatus und weiteren Untersuchungsergebnissen bewertet werden.
Darm, Schleimhäute und Mikrobiom
Der Darm ist ein wesentliches Regulationsorgan des Immunsystems. Störungen des Mikrobioms, der Schleimhautbarriere, der Verdauung oder der Nahrungsmittelverträglichkeit können entzündliche und immunologische Prozesse beeinflussen.
Bei einigen Betroffenen bestehen gleichzeitig:
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Reizdarmbeschwerden
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Histaminintoleranz
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Mastzellaktivierung
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bakterielle Fehlbesiedlungen
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Störungen der Schleimhautbarriere
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verminderte Nährstoffaufnahme
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Unverträglichkeiten gegenüber Nahrungsmitteln oder Medikamenten
Solche Befunde sind nicht bei jedem Menschen mit ME/CFS vorhanden, können jedoch im individuellen Krankheitsgeschehen relevant sein.
Mastzellaktivierung und Histamin
ME/CFS kann mit einer erhöhten Reaktionsbereitschaft von Mastzellen einhergehen. Mögliche Beschwerden sind Hautrötungen, Juckreiz, Herzrasen, Blutdruckschwankungen, Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Atemprobleme sowie eine Überempfindlichkeit gegenüber Nahrungsmitteln, Medikamenten, Gerüchen oder Umweltreizen.
Eine mögliche Mastzellaktivierung sollte differenziert untersucht und nicht allein anhand unspezifischer Beschwerden angenommen werden.
Umweltmedizinische Belastungen
Umweltmedizinische Faktoren können die Regulationsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen. Abhängig von Vorgeschichte und Exposition können unter anderem Schimmelpilzbelastungen, Lösungsmittel, Pestizide, Metalle, Weichmacher oder andere Schadstoffe untersucht werden.
Dabei ist nicht jeder nachweisbare Stoff automatisch die Ursache der Erkrankung. Entscheidend sind die tatsächliche Belastung, die individuelle Empfindlichkeit, mögliche Expositionsquellen und die Fähigkeit des Organismus, Schadstoffe zu verarbeiten und auszuscheiden.
Ungezielte oder aggressive „Entgiftungsmaßnahmen“ können schwer erkrankte Menschen überfordern. Diagnostik und Behandlung müssen deshalb besonders sorgfältig und individuell erfolgen.
Die Seele ernst nehmen – ohne die Erkrankung zu psychologisieren
Eine schwere chronische Erkrankung wirkt sich zwangsläufig auch auf das seelische und soziale Leben aus. Der Verlust von Leistungsfähigkeit, Selbstständigkeit, Beruf, Beziehungen und gesellschaftlicher Teilhabe kann tiefe Ängste, Trauer und Verzweiflung auslösen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ME/CFS eine psychische oder eingebildete Erkrankung ist.
Körper, Geist und Seele beeinflussen sich gegenseitig. Eine ganzheitliche Medizin nimmt deshalb sowohl die biologischen Veränderungen als auch das innere Erleben des Menschen ernst. Psychologische oder spirituelle Begleitung kann eine wertvolle Unterstützung sein, darf aber niemals als Ersatz für die notwendige medizinische Diagnostik oder als Erklärung einer körperlichen Multisystemerkrankung missverstanden werden.
Diagnostik bei ME/CFS
Bislang gibt es keinen einzelnen Laborwert, mit dem ME/CFS sicher bewiesen oder ausgeschlossen werden kann. Die Diagnose beruht auf einer ausführlichen Anamnese, charakteristischen Beschwerden, anerkannten klinischen Kriterien und dem sorgfältigen Ausschluss anderer Erkrankungen.
Von besonderer Bedeutung ist die genaue Erfassung der Post-Exertional Malaise. Ohne eine typische Belastungsverschlechterung sollte die Diagnose ME/CFS kritisch überprüft werden.
Je nach individueller Krankengeschichte kann die Diagnostik unter anderem umfassen:
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ausführliche internistische und umweltmedizinische Anamnese
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Erfassung der kanadischen Konsenskriterien
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Untersuchung von Post-Exertional Malaise und Belastungsgrenzen
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großes internistisches Basislabor
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Entzündungs- und Immunparameter
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Autoimmundiagnostik
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ausgewählte GPCR-Autoantikörper
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Infektions- und Reaktivierungsdiagnostik
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Schilddrüsen-, Nebennieren- und weitere Hormonparameter
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Nährstoff- und Aminosäurediagnostik
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Marker des oxidativen und nitrosativen Stresses
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mitochondriale und stoffwechselbezogene Parameter
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Darm-, Mikrobiom- und Schleimhautdiagnostik
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Histamin- und Mastzelldiagnostik
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umweltmedizinische Belastungsdiagnostik
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Herzfrequenzvariabilitätsmessung
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orthostatische Kreislaufdiagnostik
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Untersuchung der Mikrozirkulation, beispielsweise mittels Kapillarmikroskopie
Nicht jede mögliche Untersuchung ist bei jedem Patienten sinnvoll. Eine wahllose Maximaldiagnostik kann unnötige Kosten verursachen und zu schwer interpretierbaren Zufallsbefunden führen. Entscheidend ist eine gezielte, aus Anamnese und klinischem Bild entwickelte diagnostische Strategie.
Wichtige Differenzialdiagnosen
Zahlreiche Erkrankungen können Beschwerden verursachen, die einem ME/CFS ähneln oder zusätzlich dazu bestehen.
Hierzu gehören beispielsweise:
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Schilddrüsenerkrankungen
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Eisenmangel und Anämien
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Vitamin- und Mikronährstoffmängel
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Schlafapnoe und andere Schlafstörungen
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Autoimmunerkrankungen
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chronisch-entzündliche Erkrankungen
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Herz-, Lungen-, Leber- und Nierenerkrankungen
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hormonelle Störungen
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neurologische Erkrankungen
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chronische Infektionen
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Medikamentennebenwirkungen
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Tumorerkrankungen
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Depressionen und andere psychische Erkrankungen
Eine sorgfältige Differenzialdiagnostik ist unverzichtbar. Gleichzeitig können normale Routineuntersuchungen eine bestehende ME/CFS-Erkrankung nicht ausschließen.
Behandlung – individuell statt schematisch
Eine einzelne, für alle Betroffenen wirksame Standardtherapie steht gegenwärtig nicht zur Verfügung. Ebenso unterschiedlich wie die möglichen Auslöser und Krankheitsmechanismen müssen deshalb auch die Behandlungskonzepte sein.
Im Mittelpunkt steht zunächst die Vermeidung weiterer Überlastungen.
Pacing und Energiemanagement
Pacing bedeutet, körperliche, geistige, emotionale und sensorische Aktivitäten so zu gestalten, dass die individuelle Belastungsgrenze möglichst nicht überschritten wird.
Es handelt sich dabei nicht um Untätigkeit, sondern um ein bewusstes Management der begrenzt zur Verfügung stehenden Energie.
Ein starrer Trainingsaufbau, bei dem die Belastung unabhängig von den Beschwerden kontinuierlich gesteigert wird, kann bei Menschen mit ausgeprägter PEM zu deutlichen Verschlechterungen führen. Aktivierung muss deshalb immer an die individuelle Belastbarkeit und den aktuellen Krankheitszustand angepasst werden.
Stabilisierung vor intensiver Therapie
Schwer erkrankte Menschen reagieren häufig empfindlich auf Medikamente, Infusionen, Nahrungsergänzungsmittel und andere therapeutische Reize. Eine Behandlung sollte deshalb schrittweise erfolgen.
Häufig müssen zunächst Schlaf, Kreislauf, Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, Ernährung, Reizabschirmung, Schmerzen und Mastzellreaktionen stabilisiert werden, bevor weiterführende Maßnahmen erwogen werden können.
Mögliche integrative Behandlungsbereiche
Abhängig von den individuellen Befunden können unter ärztlicher Begleitung unter anderem folgende Bereiche berücksichtigt werden:
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vegetative Stabilisierung
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Behandlung von Schlaf- und Kreislaufstörungen
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Unterstützung bei orthostatischer Intoleranz oder POTS
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gezielte Korrektur nachgewiesener Nährstoffmängel
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Stabilisierung des Darms und der Schleimhautbarrieren
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Behandlung mastzell- oder histaminassoziierter Beschwerden
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gezielte Behandlung relevanter Infektionen oder Reaktivierungen
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Unterstützung von Mikrozirkulation und Endothelfunktion
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Regulation entzündlicher und autoimmuner Prozesse
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Unterstützung des mitochondrialen Energiestoffwechsels
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Verringerung nachgewiesener und klinisch relevanter Umweltbelastungen
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behutsame Atem-, Entspannungs- und Regulationsverfahren
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psychologische oder spirituelle Begleitung bei der Krankheitsbewältigung
Alle Maßnahmen müssen an die individuelle Belastbarkeit angepasst werden. Bei ME/CFS gilt nicht automatisch: Je intensiver eine Therapie, desto größer ihr Nutzen.
Aphereseverfahren und Autoantikörper
Bei ausgewählten Untergruppen von ME/CFS werden therapeutische Verfahren untersucht, die Autoantikörper, Entzündungsmediatoren oder weitere krankheitsrelevante Substanzen aus dem Blut reduzieren sollen.
Erste Studien zur Immunadsorption zeigen bei einzelnen, sorgfältig ausgewählten Patientengruppen mögliche klinische Verbesserungen. Gleichzeitig sprechen nicht alle Patienten an, die bisherigen Studien sind teilweise klein, und es bestehen weiterhin zahlreiche offene Fragen.
Auch die INUSpherese® wird in spezialisierten integrativ-medizinischen Einrichtungen bei ausgewählten Patienten eingesetzt. Ziel ist die Reduktion verschiedener im Blut zirkulierender Belastungsfaktoren, zu denen – abhängig vom Verfahren und der individuellen Situation – Autoantikörper, entzündliche Mediatoren, gebundene Schadstoffe und weitere hochmolekulare Substanzen gehören können.
Eine Apherese ist keine allgemeine Standardbehandlung für jeden Menschen mit ME/CFS. Die Entscheidung erfordert eine sorgfältige Indikationsstellung, eine Bewertung möglicher Risiken sowie ein individuell abgestimmtes Vor- und Nachbehandlungskonzept.
Insbesondere der alleinige Nachweis erhöhter GPCR-Autoantikörper bedeutet nicht automatisch, dass eine Apherese erforderlich oder erfolgversprechend ist.
Ganzkörperhyperthermie
Die milde und moderate Ganzkörperhyperthermie orientiert sich an den natürlichen Regulationsmechanismen des Fiebers. Sie kann immunologische, mikrozirkulatorische und stoffwechselbezogene Prozesse beeinflussen.
Bei ME/CFS muss sie besonders vorsichtig eingesetzt werden, da Wärme und die damit verbundene Kreislaufbelastung für manche Betroffene eine erhebliche Anstrengung darstellen können.
Ob eine Ganzkörperhyperthermie infrage kommt, hängt unter anderem vom Krankheitsgrad, der Kreislaufstabilität, der thermischen Belastbarkeit und dem Vorliegen einer ausgeprägten Post-Exertional Malaise ab. Sie ist kein pauschales Verfahren für alle Erkrankten, kann aber bei sorgfältiger Auswahl Bestandteil eines umfassenden integrativen Behandlungskonzeptes sein.
Unser Verständnis im med³
Im med³ betrachten wir ME/CFS nicht als isolierte Müdigkeit und auch nicht als rein psychisch verursachtes Krankheitsbild.
Wir verstehen die Erkrankung als mögliches Ergebnis einer komplexen Regulationsstörung, bei der Immunsystem, autonomes Nervensystem, Gefäße, Mikrozirkulation, Energiestoffwechsel, Darm, Hormonsystem, Umweltfaktoren und seelische Belastungen miteinander verbunden sein können.
Dabei verfolgen wir weder die Vorstellung, dass es eine einzige Ursache geben müsse, noch dass eine bestimmte Therapie für alle Menschen geeignet sei.
Unser Vorgehen umfasst:
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eine ausführliche Anamnese und Rekonstruktion des Erkrankungsbeginns,
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die Erfassung von Post-Exertional Malaise und individueller Belastungsgrenzen,
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eine sorgfältige internistische Differenzialdiagnostik,
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die gezielte Untersuchung möglicher immunologischer, infektiöser, vegetativer, mitochondrialer und umweltmedizinischer Einflussfaktoren,
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die gemeinsame Entwicklung eines priorisierten und belastungsangepassten Behandlungskonzeptes.
Ziel ist es, relevante Belastungsfaktoren zu erkennen, überforderte Regulationssysteme zu stabilisieren und dem Organismus schrittweise wieder mehr Anpassungs- und Regenerationsfähigkeit zu ermöglichen.
Dabei stehen nicht einzelne Laborwerte oder technische Verfahren, sondern immer der individuelle Mensch mit seiner Geschichte, seinem Körper, seinem Geist und seinem inneren Wesen im Mittelpunkt.
Ein achtsamer Weg
Menschen mit ME/CFS haben häufig erlebt, dass ihre Beschwerden nicht ernst genommen, psychologisiert oder durch unpassende Aktivierungsversuche verschlechtert wurden.
Eine verantwortungsvolle Behandlung beginnt deshalb mit Zuhören, Respekt und dem Verständnis für die tatsächlichen Grenzen des erkrankten Organismus.
Diagnostik und Therapie müssen in einem Tempo erfolgen, das der Mensch tragen kann. Gerade bei schwerer Erkrankung kann weniger zunächst mehr sein.
ME/CFS verlangt medizinische Sorgfalt, wissenschaftliche Offenheit und zugleich die Bereitschaft, den Menschen als Ganzes wahrzunehmen.

ME:CFS EINE KOMPLEX MULTISYSTEMERKRANKUNG
Long COVID, Post-COVID und postinfektiöse Regulationsstörungen
Wenn der Körper nach einem immunologischen Ereignis nicht mehr in seine Balance zurückfindet
Nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 können Beschwerden über Wochen, Monate oder länger fortbestehen oder nach einer zunächst scheinbaren Erholung neu auftreten. Dieses Krankheitsbild wird als Long COVID beziehungsweise – bei längerem zeitlichem Verlauf – als Post-COVID-Syndrom bezeichnet.
Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt die Post-COVID-Erkrankung als Beschwerden, die üblicherweise innerhalb von drei Monaten nach einer wahrscheinlichen oder bestätigten SARS-CoV-2-Infektion auftreten, mindestens zwei Monate anhalten und nicht besser durch eine andere Diagnose erklärt werden können. Die Erkrankung kann nahezu jedes Organsystem betreffen und die körperliche, geistige und soziale Leistungsfähigkeit erheblich einschränken.
Ein Teil der Betroffenen entwickelt ein Krankheitsbild, das große Überschneidungen mit ME/CFS, Dysautonomie, POTS, Mastzellaktivierung oder anderen postinfektiösen Syndromen aufweist. Ein anderer Teil leidet stärker unter organbezogenen Folgen, beispielsweise anhaltenden Beschwerden von Lunge, Herz, Gefäßen, Nervensystem oder Stoffwechsel.
Long COVID ist deshalb keine einheitliche Erkrankung, sondern ein Sammelbegriff für unterschiedliche biologische Verlaufsformen.
Long COVID ist nicht einfach „lange müde“
Mehr als 200 unterschiedliche Beschwerden wurden im Zusammenhang mit Long COVID beschrieben. Besonders häufig werden Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Belastungsintoleranz und Post-Exertional Malaise berichtet.
Typische Beschwerden können sein:
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ausgeprägte körperliche und geistige Erschöpfung
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Post-Exertional Malaise nach geringer Belastung
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Brain Fog, Konzentrations- und Wortfindungsstörungen
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nicht erholsamer Schlaf
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Herzrasen und Kreislaufprobleme
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Schwindel oder Benommenheit beim Aufstehen
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Atemnot oder eingeschränkte Belastbarkeit
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Muskel-, Gelenk- und Nervenschmerzen
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Kopfschmerzen und Druckgefühl im Kopf
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Geruchs- und Geschmacksstörungen
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Magen-Darm-Beschwerden
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Temperaturregulationsstörungen
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Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen, Gerüchen oder Berührung
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Histaminreaktionen und Unverträglichkeiten
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innere Unruhe, Zittern oder vegetative Übererregung
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depressive Verstimmung, Angst oder emotionale Erschöpfung als Folge der Erkrankung
Die Beschwerden können schwanken. Manche Betroffene erleben bessere Tage, andere erleiden bereits nach geringer Aktivität einen deutlichen Rückfall.
Das Leitsymptom Post-Exertional Malaise
Bei einem Teil der Betroffenen steht die Post-Exertional Malaise – PEM im Mittelpunkt.
Darunter versteht man eine unverhältnismäßige Verschlechterung des gesamten Gesundheitszustandes nach körperlicher, geistiger, emotionaler oder sensorischer Belastung.
Typisch ist, dass die Verschlechterung nicht immer sofort eintritt. Sie kann sich erst 12 bis 48 Stunden nach einer Aktivität entwickeln und Tage oder Wochen anhalten.
Bereits alltägliche Tätigkeiten können eine PEM auslösen:
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Duschen
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Einkaufen
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längere Gespräche
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Bildschirmarbeit
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Arzttermine
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emotionale Konflikte
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intensive Gerüche oder Geräusche
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leichte sportliche Aktivität
Bei ausgeprägter PEM ist ein unkritischer Trainingsaufbau ungeeignet und kann den Gesundheitszustand verschlechtern. Belastung muss deshalb individuell dosiert und an der tatsächlichen Regenerationsfähigkeit ausgerichtet werden.
Postinfektiöses Erschöpfungs- und Regulationssyndrom
Long COVID gehört zu einer größeren Gruppe chronischer Beschwerden, die nach Infektionen auftreten können.
Auch nach Epstein-Barr-Virus, Influenza, Enteroviren, Borrelien, anderen bakteriellen Infektionen oder nicht näher bestimmbaren Infekten können anhaltende Beschwerden entstehen. Die CDC beschreibt solche chronischen postinfektiösen Symptome unter anderem mit Erschöpfung, Brain Fog, Schmerzen, Schlafstörungen, Schwindel und Post-Exertional Malaise.
Der Begriff postvirales Müdigkeitssyndrom wird häufig verwendet, greift jedoch bei vielen Betroffenen zu kurz. Es handelt sich nicht lediglich um Müdigkeit, sondern möglicherweise um eine komplexe Fehlregulation von:
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Immunsystem
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autonomem Nervensystem
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Gefäß- und Kreislaufsteuerung
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Mikrozirkulation
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mitochondrialem Energiestoffwechsel
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Gerinnungssystem
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Schleimhäuten und Mikrobiom
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Mastzellen und Histaminstoffwechsel
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hormonellen und neuroendokrinen Regelkreisen
Bei einem Teil der Patienten entwickelt sich aus einem zunächst postinfektiösen Zustand ein Vollbild von ME/CFS.
Mögliche biologische Mechanismen
Die Forschung zu Long COVID entwickelt sich fortlaufend. Wahrscheinlich existiert nicht nur ein einziger Krankheitsmechanismus. Vielmehr können unterschiedliche Faktoren gleichzeitig oder nacheinander beteiligt sein.
Persistierende Virusbestandteile und gestörte Immunantwort
Bei einem Teil der Betroffenen wird diskutiert, ob Virusbestandteile oder virale Antigene länger als erwartet in bestimmten Geweben verbleiben und das Immunsystem fortlaufend stimulieren.
Daneben werden Veränderungen der T-Zell-Antwort, der Antikörperbildung, der natürlichen Killerzellen sowie mögliche Reaktivierungen anderer Viren untersucht.
Der Nachweis einzelner Virusbestandteile bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine aktive, vermehrungsfähige Infektion fortbesteht. Laborbefunde müssen immer im klinischen Zusammenhang bewertet werden.
Autoimmunität und funktionelle GPCR-Autoantikörper
Bei Long COVID wurden Autoantikörper gegen unterschiedliche körpereigene Strukturen beschrieben. Besondere Aufmerksamkeit erhalten funktionelle Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, sogenannte GPCR-Autoantikörper.
Hierzu gehören unter anderem Autoantikörper gegen:
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beta-adrenerge Rezeptoren
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alpha-adrenerge Rezeptoren
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muskarinische Acetylcholinrezeptoren
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Angiotensin-Rezeptoren
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weitere gefäß-, nerven- und immunregulierende Rezeptoren
Diese Rezeptoren sind unter anderem an der Steuerung von Herzfrequenz, Gefäßspannung, Durchblutung, autonomer Regulation und Immunantwort beteiligt.
Studien beschreiben Zusammenhänge zwischen bestimmten funktionellen Autoantikörpern, gestörter Mikrozirkulation, Dysautonomie und der Schwere einzelner Long-COVID-Beschwerden. Die Bedeutung solcher Befunde ist jedoch noch nicht für alle Patientengruppen abschließend geklärt.
Ein erhöhter Autoantikörperwert ist deshalb kein alleiniger Beweis für die Ursache der Beschwerden und auch keine automatische Indikation für eine bestimmte Therapie.
Endothel und Mikrozirkulation
Das Endothel bildet die innere Auskleidung unserer Blutgefäße. Es steuert Durchblutung, Gefäßweite, Entzündungsreaktionen und Gerinnungsprozesse.
Bei Long COVID wurden Veränderungen der Endothelfunktion und Hinweise auf Perfusionsstörungen beschrieben. Dadurch können Sauerstoff und Nährstoffe einzelne Gewebe möglicherweise nicht in der erforderlichen Weise erreichen, obwohl die Sauerstoffsättigung im Blut unauffällig erscheint.
Mögliche Folgen sind:
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Muskelschmerzen
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schnelle Übersäuerung oder Schwäche der Muskulatur
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Brain Fog
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Schwindel
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kalte Hände und Füße
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Belastungsintoleranz
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verzögerte Regeneration
Gerinnung und fibrinreiche Mikrostrukturen
Im Zusammenhang mit Long COVID werden Veränderungen von Gerinnung, Thrombozytenaktivierung und fibrinreichen Mikrostrukturen untersucht.
Der häufig verwendete Begriff „Mikroclots“ beschreibt bislang keinen allgemein standardisierten Routinelaborbefund. Entsprechende Untersuchungen können wissenschaftlich interessant sein, sind jedoch noch nicht mit einer einheitlich anerkannten klinischen Interpretation verbunden.
Eine therapeutische Gerinnungshemmung darf deshalb nicht allein aufgrund unspezifischer Beschwerden oder nicht standardisierter Befunde erfolgen.
Autonomes Nervensystem und POTS
Viele Betroffene leiden unter einer Fehlregulation des autonomen Nervensystems.
Das vegetative Nervensystem steuert unter anderem:
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Herzfrequenz
-
Blutdruck
-
Atmung
-
Verdauung
-
Temperaturregulation
-
Gefäßweite
-
Stress- und Erholungsreaktionen
Mögliche Krankheitsbilder sind orthostatische Intoleranz und das posturale Tachykardiesyndrom – POTS.
Typische Beschwerden sind:
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Herzrasen beim Aufstehen
-
Schwindel und Benommenheit
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Schwächegefühl
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Druck im Kopf
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Luftnot
-
kalte oder verfärbte Extremitäten
-
Zittern
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starke Erschöpfung nach längerem Sitzen oder Stehen
Mitochondrien und zellulärer Energiestoffwechsel
Mitochondrien stellen einen wesentlichen Teil der Zellenergie bereit.
Bei Long COVID kann die Energiegewinnung möglicherweise durch Entzündung, oxidativen und nitrosativen Stress, eine gestörte Mikrozirkulation, hormonelle Veränderungen und immunologische Signalwege beeinträchtigt werden.
Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine klassische genetische Mitochondrienerkrankung vorliegt. Es kann sich vielmehr um eine funktionelle Einschränkung des Energiestoffwechsels handeln.
Mastzellaktivierung und Histamin
Bei einem Teil der Betroffenen bestehen Symptome, die an eine Mastzellaktivierung erinnern.
Hierzu gehören:
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Flush und Hautrötungen
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Juckreiz
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Herzrasen
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Blutdruckschwankungen
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Kopfschmerzen
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Atembeschwerden
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Magen-Darm-Reaktionen
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Nahrungsmittelunverträglichkeiten
-
Überempfindlichkeit gegenüber Medikamenten und Umweltreizen
Eine Mastzellaktivierung sollte differenziert diagnostiziert werden. Unspezifische Symptome allein reichen nicht für eine Diagnose aus.
Darm, Mikrobiom und Schleimhautbarrieren
Infektionen, Medikamente, Stress und veränderte Ernährung können das Mikrobiom und die Schleimhautbarrieren beeinflussen.
Bei Long COVID können unter anderem auftreten:
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Dysbiose
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Reizdarmbeschwerden
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Verdauungsstörungen
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erhöhte Darmdurchlässigkeit
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Nahrungsmittelunverträglichkeiten
-
verminderte Nährstoffaufnahme
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anhaltende Immunaktivierung über Schleimhautstrukturen
Reaktivierungen und zusätzliche Infektionsbelastungen
Bei ausgewählten Patienten können Reaktivierungen früher erworbener Infektionen eine Rolle spielen.
Hierzu zählen unter anderem:
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Epstein-Barr-Virus
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Cytomegalievirus
-
humanes Herpesvirus 6
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weitere Herpesviren
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Borrelien und mögliche Koinfektionen
Ein positiver Antikörpernachweis beweist jedoch keine aktive Infektion. Entscheidend sind Verlauf, Symptomatik, Immunstatus und die Gesamtheit der Befunde.
Anhaltende Beschwerden nach einer COVID-19-Impfung
Einige Menschen berichten über Beschwerden, die kurz nach einer COVID-19-Impfung begonnen haben und über längere Zeit fortbestehen.
In der wissenschaftlichen Literatur werden hierfür Begriffe wie:
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Post-Vaccination Syndrome
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Post-COVID-19 Vaccination Syndrome
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Post-Vaccination Condition
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PVS oder PCVS
verwendet.
Eine einheitlich anerkannte diagnostische Definition existiert bislang nicht. Das Krankheitsbild ist wesentlich schlechter untersucht als Long COVID. Aktuelle Übersichtsarbeiten und kleinere Untersuchungen beschreiben jedoch bei einer kleinen Gruppe Betroffener anhaltende Beschwerden mit Überschneidungen zu POTS, Small-Fiber-Neuropathie, ME/CFS und Long COVID.
Die Tatsache, dass ein Ereignis nach einer Impfung auftritt, beweist für sich allein noch keinen ursächlichen Zusammenhang. Gleichzeitig darf der zeitliche Zusammenhang nicht pauschal ignoriert werden.
Eine verantwortungsvolle medizinische Bewertung muss deshalb beide Fehler vermeiden:
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Beschwerden vorschnell der Impfung zuzuschreiben
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Beschwerden aufgrund ihres zeitlichen Zusammenhangs grundsätzlich nicht ernst zu nehmen
Welche Beschwerden werden beschrieben?
Die bislang berichteten Beschwerden ähneln teilweise Long COVID und anderen postinfektiösen Regulationsstörungen:
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ausgeprägte Erschöpfung
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Belastungsintoleranz und PEM
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Brain Fog
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Schlafstörungen
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Schwindel und POTS-ähnliche Beschwerden
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Herzrasen
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Nervenschmerzen und Missempfindungen
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Small-Fiber-Neuropathie
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Kopfschmerzen
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Tinnitus
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Muskelschmerzen
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Histamin- und Mastzellreaktionen
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Menstruationsveränderungen
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innere Unruhe und autonome Übererregung
Daneben sind seltene, klar definierte Impfkomplikationen bekannt, beispielsweise bestimmte Formen von Myokarditis, Perikarditis, Immunthrombozytopenie oder vakzininduzierter thrombotischer Thrombozytopenie. Diese klar umrissenen Erkrankungen müssen vom unspezifischeren Bild eines möglichen chronischen Post-Vaccination-Syndroms unterschieden werden.
Was ist wissenschaftlich bekannt?
Erste kleinere Studien fanden bei Betroffenen Hinweise auf Veränderungen bestimmter Immunzellpopulationen, Antikörperprofile, Virusreaktivierungen oder länger nachweisbare Antigenbestandteile. Diese Ergebnisse sind vorläufig und erlauben noch keine allgemeingültigen Aussagen zu Ursache, Diagnose oder Behandlung.
Ebenso wichtig ist die Einordnung, dass COVID-19-Impfungen insgesamt das Risiko schwerer akuter Erkrankungen reduziert haben und eine Impfung vor einer Infektion das Risiko für Long COVID wahrscheinlich in gewissem Umfang senken kann. Die Existenz seltener unerwünschter Verläufe und der Nutzen einer medizinischen Maßnahme schließen sich nicht gegenseitig aus.
Medizinisch entscheidend ist nicht die politische oder gesellschaftliche Bewertung einer Impfung, sondern die sachliche und individuelle Untersuchung eines erkrankten Menschen.
Gemeinsame mögliche Regulationsstörungen
Long COVID, postinfektiöse Syndrome, ME/CFS und anhaltende Beschwerden nach einer Impfung können sich klinisch stark ähneln.
Mögliche gemeinsame Ebenen sind:
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fehlregulierte Immunantwort
-
Autoantikörper und funktionelle Rezeptorveränderungen
-
Dysautonomie und POTS
-
gestörte Endothelfunktion
-
beeinträchtigte Mikrozirkulation
-
veränderte Gerinnungsregulation
-
mitochondrialer Energiemangel
-
Mastzellaktivierung
-
Darm- und Schleimhautstörungen
-
Reaktivierung latenter Infektionen
-
oxidativer und nitrosativer Stress
-
neuroinflammatorische Prozesse
Diese Gemeinsamkeiten bedeuten nicht, dass alle Krankheitsbilder identisch sind. Sie können jedoch erklären, warum ähnliche Symptome nach unterschiedlichen immunologischen Auslösern auftreten.
Diagnostik
Es gibt bislang keinen einzelnen Laborwert, mit dem Long COVID, ein postinfektiöses Syndrom oder ein Post-Vaccination-Syndrom sicher bewiesen oder ausgeschlossen werden kann.
Die Diagnostik beginnt deshalb mit einer ausführlichen Anamnese.
Wichtige Fragen sind:
-
Welches Ereignis ging den Beschwerden voraus?
-
Wann begannen die ersten Symptome?
-
Bestand zwischenzeitlich eine vollständige Erholung?
-
Liegt eine Post-Exertional Malaise vor?
-
Welche Organsysteme sind betroffen?
-
Gibt es Hinweise auf POTS oder Dysautonomie?
-
Welche Infektionen, Umweltbelastungen oder Vorerkrankungen bestanden zuvor?
-
Welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel werden eingenommen?
-
Welche Therapien wurden bereits durchgeführt und wie wurden sie vertragen?
Je nach individueller Situation kann die Diagnostik umfassen:
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internistische Basis- und Differenzialdiagnostik
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Entzündungs- und Immunparameter
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Autoimmundiagnostik
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ausgewählte funktionelle GPCR-Autoantikörper
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Infektions- und Reaktivierungsdiagnostik
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Schilddrüsen- und Hormonparameter
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Nährstoff- und Aminosäurestatus
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mitochondriale und metabolische Parameter
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oxidativer und nitrosativer Stress
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Gerinnungsdiagnostik
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Mastzell- und Histamindiagnostik
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Darm-, Mikrobiom- und Schleimhautdiagnostik
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umweltmedizinische Belastungsdiagnostik
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Herzfrequenzvariabilität
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orthostatische Kreislauftestung
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Kapillarmikroskopie und Beurteilung der Mikrozirkulation
-
neurologische Diagnostik einschließlich möglicher Small-Fiber-Neuropathie
Nicht jede Untersuchung ist für jeden Menschen sinnvoll. Die Diagnostik sollte aus der Anamnese entwickelt und nicht wahllos durchgeführt werden.
Wichtige Differenzialdiagnosen
Folgende Erkrankungen müssen abhängig von der individuellen Symptomatik ausgeschlossen oder mitbehandelt werden:
-
Schilddrüsenerkrankungen
-
Eisenmangel und Anämien
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Vitamin- und Mikronährstoffmängel
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Schlafapnoe und andere Schlafstörungen
-
Herz- und Lungenerkrankungen
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Autoimmunerkrankungen
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neurologische Erkrankungen
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chronische Infektionen
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hormonelle Störungen
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Diabetes und Stoffwechselerkrankungen
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Medikamentennebenwirkungen
-
Tumorerkrankungen
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Depressionen und andere psychische Erkrankungen
Psychische Belastungen können eine Folge der Erkrankung sein oder zusätzlich bestehen. Sie erklären jedoch nicht automatisch die körperlichen Beschwerden.
Behandlung – individuell und belastungsangepasst
Eine allgemeingültige ursächliche Standardtherapie steht gegenwärtig nicht zur Verfügung.
Die Behandlung richtet sich deshalb nach:
-
dem führenden Beschwerdebild
-
dem Krankheitsgrad
-
der Belastbarkeit
-
den individuellen diagnostischen Befunden
-
Begleiterkrankungen
-
bisherigen Therapieerfahrungen
Pacing und Energiemanagement
Bei PEM ist Pacing eine zentrale Grundlage.
Ziel ist es, die individuelle Belastungsgrenze zu erkennen und wiederholte Zusammenbrüche zu vermeiden. Dabei müssen körperliche, kognitive, emotionale und sensorische Belastungen berücksichtigt werden.
Stabilisierung des autonomen Nervensystems
Je nach Befund können folgende Bereiche im Vordergrund stehen:
-
ausreichende Flüssigkeitszufuhr
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individuell angepasste Elektrolyt- und Salzversorgung
-
Kompression
-
vorsichtige Lage- und Kreislaufanpassung
-
Atem- und Regulationsübungen
-
gezielte medikamentöse Behandlung von POTS oder Dysautonomie
Mastzell- und Histaminstabilisierung
Bei entsprechender Symptomatik können eine histaminarme Ernährung, eine Reduktion individueller Trigger und eine gezielte medikamentöse Stabilisierung sinnvoll sein.
Darm und Schleimhäute
Die Behandlung kann abhängig von den Befunden auf Folgendes ausgerichtet sein:
-
Schleimhautregeneration
-
Verbesserung der Verdauungsleistung
-
Korrektur von Fehlbesiedlungen
-
gezielte Ernährungstherapie
-
Ausgleich von Nährstoffmängeln
Unterstützung von Mitochondrien und Energiestoffwechsel
Eine Behandlung sollte sich an tatsächlich nachgewiesenen Defiziten und der individuellen Verträglichkeit orientieren. Eine hohe Zahl gleichzeitig verabreichter Präparate kann schwer Erkrankte überfordern.
Behandlung relevanter Infektionen und Reaktivierungen
Eine antiinfektive Behandlung ist nur dann sinnvoll, wenn klinisch relevante Hinweise auf eine aktive oder reaktivierte Infektion bestehen.
Positive Antikörper allein sind keine ausreichende Therapieindikation.
Mikrozirkulation und Endothelfunktion
Abhängig von Befunden und individueller Risikokonstellation können Maßnahmen zur Unterstützung von Gefäßfunktion und Mikrozirkulation erwogen werden.
Nicht standardisierte Gerinnungstherapien müssen wegen möglicher Blutungsrisiken besonders kritisch geprüft werden.
Aphereseverfahren und INUSpherese®
Im Zusammenhang mit Long COVID und ME/CFS werden extrakorporale Verfahren untersucht, die zirkulierende Autoantikörper, Entzündungsmediatoren, Immunkomplexe und weitere hochmolekulare Belastungsfaktoren reduzieren sollen.
Eine wissenschaftliche Arbeit beschreibt mögliche Gemeinsamkeiten von Post-COVID und ME/CFS, darunter erhöhte Autoantikörper gegen beta-adrenerge und muskarinische Rezeptoren, und diskutiert Aphereseverfahren als möglichen therapeutischen Ansatz. Die klinische Evidenz ist jedoch weiterhin begrenzt.
Auch spezialisierte integrativ-medizinische Einrichtungen setzen Blutreinigungs- und Adsorptionsverfahren bei ausgewählten Patienten ein, kennzeichnen diese Anwendungen jedoch teilweise ausdrücklich als Off-Label- beziehungsweise individuellen Therapieversuch.
Im med³ wird die INUSpherese® nicht als pauschale Standardbehandlung verstanden.
Eine mögliche Indikation erfordert:
-
eine ausführliche Anamnese
-
eine nachvollziehbare biologische Arbeitshypothese
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eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung
-
eine Einschätzung der Kreislauf- und Belastungsfähigkeit
-
ein individuell abgestimmtes Infusionskonzept
-
eine sorgfältige Vor- und Nachbehandlung
Der Nachweis einzelner Autoantikörper oder unspezifischer Belastungsmarker allein reicht nicht aus.
Milde und moderate Ganzkörperhyperthermie
Die medizinische Ganzkörperhyperthermie kann immunologische, mikrozirkulatorische und stoffwechselbezogene Prozesse beeinflussen.
Bei Long COVID, postinfektiösen Syndromen und ME/CFS muss sie besonders vorsichtig und individuell eingesetzt werden.
Eine ausgeprägte Dysautonomie, Kreislaufinstabilität oder schwere PEM können die Belastbarkeit für Wärme erheblich reduzieren.
Die Ganzkörperhyperthermie ist deshalb kein Verfahren für jeden Patienten. Bei sorgfältiger Auswahl kann sie jedoch Bestandteil eines integrativen Behandlungskonzeptes sein.
Umweltmedizinische Faktoren
Umweltbelastungen sind nicht automatisch die Ursache von Long COVID oder postinfektiösen Erkrankungen. Sie können jedoch die Regulations- und Entgiftungssysteme zusätzlich beanspruchen.
Je nach Vorgeschichte können relevant sein:
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Schimmelpilzexposition
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Lösungsmittel
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Pestizide
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Metalle
-
Weichmacher
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chronische Innenraumbelastungen
-
berufliche Expositionen
Eine therapeutische Ausleitung sollte niemals allein aufgrund eines einzelnen Laborbefundes erfolgen. Entscheidend sind Exposition, klinische Relevanz, Ausscheidungsfähigkeit und Belastbarkeit des Patienten.
Unser Verständnis im med³
Im med³ betrachten wir Long COVID, postinfektiöse Syndrome und anhaltende Beschwerden nach COVID-19-Impfung nicht als identische Erkrankungen.
Wir erkennen jedoch, dass sie sich auf der Ebene der biologischen Regulationssysteme überschneiden können.
Im Mittelpunkt stehen für uns:
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Immunsystem
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autonomes Nervensystem
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Gefäße und Mikrozirkulation
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Mitochondrien und Energiestoffwechsel
-
Darm und Schleimhäute
-
Mastzellen und Histaminregulation
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Hormonsystem
-
Infektions- und Umweltbelastungen
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Körper, Geist und Seele
Wir urteilen nicht darüber, ob Beschwerden in ein politisches oder gesellschaftliches Narrativ passen.
Wir untersuchen den einzelnen Menschen.

MCS – Multiple Chemikaliensensibilität
Wenn alltägliche Stoffe den gesamten Organismus belasten
Die Multiple Chemikaliensensibilität – kurz MCS – beschreibt ein komplexes Krankheitsbild, bei dem bereits geringe Konzentrationen alltäglicher chemischer Stoffe ausgeprägte Beschwerden auslösen können.
Dabei handelt es sich häufig um Konzentrationen, die von den meisten Menschen problemlos toleriert werden. Betroffene reagieren nicht nur auf einen einzelnen Stoff, sondern meist auf mehrere chemisch nicht miteinander verwandte Substanzen. Die Beschwerden betreffen typischerweise mehr als ein Organsystem und können die körperliche, geistige und soziale Lebensführung erheblich einschränken.
MCS wird auch als chemische Intoleranz, Chemical Intolerance oder idiopathische umweltbezogene Intoleranzbezeichnet. Die unterschiedlichen Begriffe zeigen, dass die medizinische Einordnung noch nicht abschließend geklärt ist.
Für die betroffenen Menschen sind die Reaktionen dennoch real. Sie können innerhalb weniger Minuten nach einer Exposition auftreten, sich zeitverzögert entwickeln oder über Stunden und Tage anhalten.
Typische Auslöser
Zu den häufig beschriebenen Auslösern gehören:
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Parfüm und Duftstoffe
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Raumsprays und Duftkerzen
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Waschmittel und Weichspüler
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Reinigungs- und Desinfektionsmittel
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Farben, Lacke und Lösungsmittel
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neue Möbel, Bodenbeläge und Baumaterialien
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Klebstoffe und Kunststoffe
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Tabakrauch und Verbrennungsprodukte
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Abgase und Feinstaub
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Pestizide und Insektizide
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Drucker, Toner und Kopiergeräte
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Kosmetika und Körperpflegeprodukte
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Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel oder Zusatzstoffe
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Schimmelpilzbelastungen und belastete Innenräume
Nicht jede geruchlich wahrnehmbare Substanz ist automatisch toxisch. Umgekehrt sind nicht alle relevanten Schadstoffe riechbar. Der Geruch allein erlaubt deshalb keine zuverlässige Aussage über die tatsächliche gesundheitliche Belastung.
Bei MCS scheint zudem nicht nur die objektiv messbare Dosis entscheidend zu sein. Auch die individuelle Empfindlichkeit, die Dauer und Kombination der Expositionen sowie der jeweilige Regulationszustand des Organismus können eine Rolle spielen.
Mögliche Beschwerden
Das Beschwerdebild ist sehr unterschiedlich und kann mehrere Organsysteme gleichzeitig betreffen.
Häufig beschrieben werden:
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Kopfschmerzen oder migräneartige Beschwerden
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Brain Fog und Konzentrationsstörungen
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Wortfindungs- und Gedächtnisstörungen
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Schwindel und Benommenheit
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ausgeprägte Erschöpfung
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Schlafstörungen
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Augenbrennen und Schleimhautreizungen
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Atemnot, Husten oder Druckgefühl im Brustkorb
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Herzrasen und Kreislaufschwankungen
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Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall
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Muskel- und Gelenkschmerzen
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Nervenschmerzen oder Missempfindungen
-
Hautrötungen, Juckreiz oder Flush
-
innere Unruhe und vegetative Übererregung
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Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit
-
Medikamenten- und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Die Beschwerden können nach Beendigung der Exposition rasch nachlassen, aber auch über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben.
Bei schwerer Ausprägung kann MCS dazu führen, dass öffentliche Verkehrsmittel, Hotels, Arztpraxen, Geschäfte, Arbeitsplätze oder selbst soziale Begegnungen kaum noch möglich sind. Dies kann zu erheblicher Isolation führen.
MCS ist keine klassische Allergie
MCS darf nicht mit einer klassischen IgE-vermittelten Allergie gleichgesetzt werden.
Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem spezifisch auf ein bestimmtes Allergen. Bei MCS können dagegen zahlreiche chemisch völlig unterschiedliche Stoffe ähnliche Beschwerden hervorrufen, ohne dass sich regelmäßig eine klassische allergische Reaktion nachweisen lässt.
Allergien, Asthma, Histaminintoleranz oder Mastzellaktivierung können zusätzlich bestehen und sollten differenziert untersucht werden. Sie erklären jedoch nicht zwangsläufig das gesamte MCS-Beschwerdebild.
Wie kann MCS entstehen?
Eine allgemein anerkannte einheitliche Ursache ist bislang nicht bekannt. Wahrscheinlich verbergen sich hinter dem Begriff MCS unterschiedliche biologische Untergruppen.
Diskutiert werden unter anderem:
-
Störungen der Reizverarbeitung im Nervensystem
-
neurogene Entzündungsreaktionen
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eine verstärkte Aktivierung des trigeminalen Nervensystems
-
autonome Fehlregulation
-
immunologische Veränderungen
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Mastzellaktivierung
-
oxidativer und nitrosativer Stress
-
Veränderungen der mitochondrialen Energiegewinnung
-
Störungen der Schleimhaut- und Barrierefunktionen
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verminderte Fähigkeit zur Verarbeitung und Ausscheidung einzelner Schadstoffe
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erlernte beziehungsweise konditionierte Reaktionsverstärkungen
Diese Mechanismen schließen sich nicht gegenseitig aus. Je nach Patient können mehrere Ebenen gleichzeitig beteiligt sein.
Nervensystem und zentrale Reizverarbeitung
Gerüche und flüchtige Chemikalien werden nicht nur über den Geruchssinn wahrgenommen. Viele Stoffe aktivieren zusätzlich sensible Nervenfasern der Schleimhäute, insbesondere das trigeminale Nervensystem.
Dadurch können Brennen, Druckgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit, Atembeschwerden und vegetative Reaktionen ausgelöst werden.
Bei einem Teil der Betroffenen wird eine verstärkte zentrale Reizverarbeitung beziehungsweise Sensitivierung diskutiert. Das Nervensystem könnte dadurch auf Reize reagieren, die zuvor problemlos verarbeitet wurden. Die Beteiligung zentraler Verarbeitungsmechanismen bedeutet jedoch nicht, dass die Beschwerden eingebildet oder willentlich steuerbar sind.
Immunsystem und Mastzellen
Mastzellen befinden sich unter anderem in Haut, Schleimhäuten, Atemwegen, Darm und im Umfeld von Nerven und Blutgefäßen.
Werden sie aktiviert, können sie Histamin und zahlreiche weitere Botenstoffe freisetzen. Dadurch können unter anderem Flush, Juckreiz, Schleimhautschwellungen, Atemwegsbeschwerden, Magen-Darm-Reaktionen, Herzrasen und neurologische Symptome entstehen.
Neuere Untersuchungen zeigen deutliche klinische Überschneidungen zwischen chemischer Intoleranz und Mastzellaktivierung. Daraus folgt jedoch nicht, dass jede MCS automatisch ein Mastzellaktivierungssyndrom darstellt. Der Zusammenhang wird weiter erforscht.
Oxidativer und nitrosativer Stress
Oxidativer Stress entsteht, wenn reaktive Sauerstoff- und Stickstoffverbindungen die Schutz- und Regulationssysteme des Körpers übersteigen.
Bei MCS wurden Veränderungen entzündlicher und oxidativer Signalwege beschrieben. Auch immunologische Auffälligkeiten, Autoantikörper, veränderte Zytokinprofile und eine eingeschränkte Funktion bestimmter Immunzellen wurden in einzelnen Untersuchungen beobachtet. Ein einheitlicher, für alle Patienten gültiger Biomarker konnte daraus bislang jedoch nicht abgeleitet werden.
Mitochondrien und Energiestoffwechsel
Mitochondrien sind für einen wesentlichen Teil der zellulären Energiegewinnung verantwortlich.
Chemische Belastungen, chronische Entzündung, oxidativer Stress, Nährstoffmängel und eine beeinträchtigte Mikrozirkulation können die mitochondriale Funktion beeinflussen.
Dies könnte erklären, weshalb viele Betroffene neben akuten Expositionsreaktionen auch unter Erschöpfung, Belastungsintoleranz, Muskelschmerzen und einer verlangsamten Regeneration leiden.
Eine funktionelle mitochondriale Störung ist jedoch nicht mit einer angeborenen genetischen Mitochondrienerkrankung gleichzusetzen.
Darm, Schleimhäute und Mikrobiom
Schleimhäute bilden eine wichtige Grenzfläche zwischen Umwelt und Organismus.
Störungen des Darmmikrobioms, der Schleimhautbarrieren oder der Verdauungsleistung können immunologische und entzündliche Prozesse beeinflussen. Gleichzeitig können Menschen mit MCS besonders empfindlich auf Nahrungsmittel, Zusatzstoffe, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel reagieren.
Ob Veränderungen des Mikrobioms Ursache, Folge oder verstärkender Faktor der Erkrankung sind, muss individuell beurteilt werden.
MCS und Psyche
Menschen mit MCS werden häufig vorschnell psychologisiert.
Die Tatsache, dass Stress, Angst oder frühere belastende Erfahrungen körperliche Regulationsprozesse beeinflussen können, bedeutet nicht, dass MCS eine eingebildete oder ausschließlich psychische Erkrankung ist.
Ebenso können wiederholte schwere Reaktionen verständlicherweise zu Erwartungsangst, Vermeidungsverhalten und einer verstärkten Aufmerksamkeit gegenüber potenziellen Auslösern führen. Dies kann bestehende biologische Reaktionen verstärken, erklärt aber nicht automatisch deren ursprüngliche Entstehung.
Körperliche und seelische Prozesse sollten deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Eine ganzheitliche Medizin nimmt sowohl mögliche toxikologische, immunologische und neurologische Mechanismen als auch das Erleben und die Belastung des Menschen ernst.
Diagnostik
Bislang existiert kein einzelner Laborwert, mit dem MCS sicher bestätigt oder ausgeschlossen werden kann.
Die wichtigste Grundlage ist eine ausführliche umweltmedizinische Anamnese:
-
Wann traten die Beschwerden erstmals auf?
-
Gab es eine besondere Exposition oder ein Umbauereignis?
-
Welche Stoffe lösen Beschwerden aus?
-
Wie schnell beginnen die Reaktionen?
-
Welche Organsysteme sind betroffen?
-
Bessern sich die Beschwerden in schadstoffarmer Umgebung?
-
Bestehen Nahrungsmittel- oder Medikamentenunverträglichkeiten?
-
Gibt es berufliche oder häusliche Belastungen?
-
Sind weitere Personen im selben Gebäude betroffen?
Als strukturierendes Instrument kann der Quick Environmental Exposure and Sensitivity Inventory – QEESIeingesetzt werden. Der Fragebogen erfasst unter anderem chemische Intoleranzen, sonstige Unverträglichkeiten, Symptome und Einschränkungen des täglichen Lebens. Er ersetzt jedoch keine ärztliche Diagnose.
Je nach Krankengeschichte kann die weitere Diagnostik umfassen:
-
internistische Basisdiagnostik
-
Allergiediagnostik
-
Lungenfunktionsdiagnostik
-
neurologische Untersuchung
-
autonome Funktionsdiagnostik und HRV
-
Mastzell- und Histamindiagnostik
-
Entzündungs- und Immunparameter
-
Nährstoff- und Stoffwechseluntersuchungen
-
Marker oxidativer Belastungen
-
Darm- und Schleimhautdiagnostik
-
umweltmedizinische Expositionsdiagnostik
-
Untersuchung von Wohn- und Arbeitsumgebung
-
gegebenenfalls humantoxikologische Analysen
Laborergebnisse müssen immer im Zusammenhang mit Exposition, Symptomen und zeitlichem Verlauf interpretiert werden.
Ein nachweisbarer Stoff ist nicht automatisch die Ursache aller Beschwerden. Ein unauffälliger Einzelwert schließt eine relevante frühere oder wechselnde Exposition ebenfalls nicht sicher aus.
Wichtige Differenzialdiagnosen
Abhängig von den Beschwerden sollten unter anderem ausgeschlossen oder mitbehandelt werden:
-
Allergien und Asthma
-
chronische Atemwegs- und Nebenhöhlenerkrankungen
-
Migräne
-
Schilddrüsenerkrankungen
-
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
-
Anämien und Nährstoffmängel
-
Dysautonomie und POTS
-
Mastzellaktivierung
-
Histaminintoleranz
-
ME/CFS und Fibromyalgie
-
neurologische Erkrankungen
-
Autoimmunerkrankungen
-
Medikamentennebenwirkungen
-
Angst-, Trauma- oder somatische Belastungsstörungen
Eine psychische Begleiterkrankung darf diagnostiziert und behandelt werden. Sie sollte jedoch nicht vorschnell als alleinige Ursache sämtlicher körperlicher Reaktionen angenommen werden.
Behandlung
Eine allgemein wirksame Standardtherapie existiert nicht.
Die Behandlung sollte individuell, schrittweise und an der tatsächlichen Belastbarkeit des Patienten ausgerichtet werden.
Expositionsreduktion
Der wichtigste erste Schritt ist häufig, relevante Belastungen zu erkennen und möglichst zu reduzieren.
Dazu können gehören:
-
Verzicht auf Duftstoffe und Raumsprays
-
duftstoffarme Wasch- und Reinigungsmittel
-
ausreichende Lüftung
-
Überprüfung von Feuchtigkeit und Schimmel
-
vorsichtige Auswahl von Möbeln, Farben und Baumaterialien
-
Reduktion von Rauch, Abgasen und Verbrennungsprodukten
-
Anpassung des Arbeitsplatzes
-
Vermeidung unnötiger Pestizid- und Lösungsmittelkontakte
Das Ziel ist nicht zwingend eine vollständige Abschottung von der Umwelt. Eine extreme Vermeidung kann die Lebensführung zusätzlich einschränken und Ängste verstärken.
Notwendig ist eine vernünftige Balance zwischen konsequentem Schutz vor relevanten Auslösern und dem Erhalt größtmöglicher gesellschaftlicher Teilhabe.
Stabilisierung vor Ausleitung
Bei stark empfindlichen Patienten sollte nicht unmittelbar mit intensiven Ausleitungs- oder Entgiftungsbehandlungen begonnen werden.
Zunächst können folgende Bereiche stabilisiert werden:
-
Schlaf
-
Ernährung
-
Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt
-
Darm- und Schleimhautfunktion
-
vegetatives Nervensystem
-
Mastzell- und Histaminregulation
-
Versorgung mit tatsächlich fehlenden Mikronährstoffen
-
psychische und soziale Sicherheit
Aggressive Chelattherapien, Fastenkuren, Saunabehandlungen oder eine hohe Zahl gleichzeitig eingenommener Präparate können empfindliche Patienten überfordern.
Individuell mögliche Therapiebausteine
Abhängig von den Befunden können berücksichtigt werden:
-
mastzellstabilisierende und antihistaminerge Ansätze
-
Behandlung von Allergien und Atemwegserkrankungen
-
Unterstützung von Darm und Schleimhäuten
-
Korrektur nachgewiesener Nährstoffmängel
-
Unterstützung antioxidativer Schutzsysteme
-
Regulation des autonomen Nervensystems
-
Behandlung relevanter Infektionen oder Entzündungsprozesse
-
Reduktion objektivierbarer Schadstoffexpositionen
-
vorsichtige und medizinisch begleitete Ausleitungsmaßnahmen
-
Atem-, Entspannungs- und Körperwahrnehmungsverfahren
-
psychologische oder spirituelle Begleitung bei der Krankheitsbewältigung
Unser Verständnis im med³
Im med³ verstehen wir MCS nicht als bloße Geruchsempfindlichkeit und auch nicht als pauschal psychisch verursachte Erkrankung.
Wir betrachten die Beschwerden als mögliches Ergebnis einer komplexen Regulationsstörung, bei der Umweltbelastungen, Nervensystem, Immunsystem, Mastzellen, Schleimhäute, Mitochondrien, Stoffwechsel und seelische Belastungen miteinander verbunden sein können.


TILT – Toxicant-induced Loss of Tolerance
Der erworbene Verlust natürlicher Toleranz
TILT steht für Toxicant-induced Loss of Tolerance – auf Deutsch etwa: durch Schadstoffe ausgelöster Verlust der natürlichen Toleranz.
Das Modell wurde maßgeblich von der amerikanischen Umweltmedizinerin und Forscherin Claudia S. Miller entwickelt. Es soll erklären, weshalb Menschen nach einer bedeutsamen chemischen Belastung oder nach wiederholten niedrig dosierten Expositionen plötzlich auf zahlreiche zuvor problemlos tolerierte Stoffe reagieren können.
TILT bezeichnet dabei nicht nur eine Empfindlichkeit gegenüber Chemikalien. Das Modell umfasst auch neu auftretende Reaktionen auf:
-
Nahrungsmittel
-
Medikamente
-
Alkohol
-
Koffein
-
Nahrungsergänzungsmittel
-
Duftstoffe
-
Rauch und Abgase
-
Reinigungsmittel
-
Pestizide
-
Innenraumemissionen
-
weitere alltägliche Umweltreize
TILT ist bislang kein allgemein anerkannter eigenständiger Diagnoseschlüssel. Es handelt sich vielmehr um ein wissenschaftliches Erklärungsmodell für erworbene chemische Intoleranz und damit verbundene Multisystembeschwerden.
Das Zwei-Phasen-Modell
TILT beschreibt einen Prozess in zwei grundlegenden Phasen:
Phase 1: Initiation
Am Anfang steht eine Belastung, die die bisherige Toleranz des Organismus verändert.
Dies kann geschehen durch:
-
eine einmalige intensive Exposition
-
einen Chemieunfall
-
eine Pestizidanwendung
-
Lösungsmittel oder Verbrennungsprodukte
-
belastete Innenräume
-
Neubau- oder Renovierungsmaßnahmen
-
Schimmel und mikrobiell belastete Gebäude
-
wiederholte niedrig dosierte Expositionen
-
eine komplexe Kombination aus Chemikalien, Infektionen und körperlichem Stress
Nicht jeder exponierte Mensch entwickelt TILT. Wahrscheinlich spielen Dosis, Dauer, Stoffgemisch, genetische und epigenetische Faktoren, Vorerkrankungen, Schleimhautbarrieren, Mikrobiom und individuelle Regulationsfähigkeit eine Rolle.
In einer Untersuchung zu möglichen Initiationsereignissen wurden unter anderem Pestizide, Neubau- und Renovierungsexpositionen, Verbrennungsprodukte, Schimmelbelastungen, medizinische Implantate und bestimmte Medikamentenexpositionen berichtet. Die Studie beruht auf Selbstauskünften und kann deshalb Zusammenhänge aufzeigen, aber keine individuelle Kausalität beweisen.
Phase 2: Triggering
Nach der Initiation reagiert der Organismus auf geringe Mengen verschiedener Stoffe, die zuvor vertragen wurden.
Diese Trigger müssen chemisch nicht mit der ursprünglichen Belastung verwandt sein.
Beispielsweise kann eine Person nach einer intensiven Pestizidexposition später auf Parfüm, Lösungsmittel, Medikamente, Alkohol, Kaffee oder bestimmte Nahrungsmittel reagieren.
Typisch ist damit nicht nur eine fortbestehende Reaktion auf den ursprünglichen Schadstoff, sondern ein erweiterter Verlust von Toleranz.
Diese zweistufige Abfolge aus Initiation und anschließendem Triggering bildet den Kern des TILT-Modells.
TILT und MCS – was ist der Unterschied?
MCS und TILT werden häufig gleichgesetzt, beschreiben aber nicht genau dasselbe.
MCS beschreibt vor allem das klinische Erscheinungsbild:
Ein Mensch reagiert auf niedrige Konzentrationen verschiedener chemisch nicht verwandter Stoffe mit Beschwerden in mehreren Organsystemen.
TILT beschreibt einen möglichen Entstehungsprozess:
Eine initiale Belastung führt zum Verlust der natürlichen Toleranz. Danach lösen zahlreiche zuvor verträgliche Stoffe Beschwerden aus.
Vereinfacht gesagt:
MCS beschreibt, was ein Mensch erlebt.
TILT versucht zu erklären, wie dieser Zustand entstanden sein könnte.
Nicht jeder Mensch mit MCS kann ein eindeutiges Initiationsereignis benennen. Umgekehrt kann ein TILT-artiger Verlauf neben chemischen Reaktionen auch ausgeprägte Nahrungsmittel- und Medikamentenintoleranzen umfassen.
Welche Beschwerden können auftreten?
Die Symptome sind vielgestaltig und betreffen häufig mehrere Systeme gleichzeitig:
Nervensystem
-
Brain Fog
-
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
-
Kopfschmerzen und Migräne
-
Schwindel und Benommenheit
-
Schlafstörungen
-
Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit
-
innere Unruhe oder Zittern
-
Nervenschmerzen und Missempfindungen
Autonomes Nervensystem und Kreislauf
-
Herzrasen
-
Blutdruckschwankungen
-
orthostatische Beschwerden
-
Temperaturregulationsstörungen
-
Schweißausbrüche
-
Atemnot oder Lufthunger
-
verzögerte Erholung nach Belastung
Immunsystem und Schleimhäute
-
chronische Schleimhautreizungen
-
Augenbrennen
-
verstopfte oder laufende Nase
-
Husten und Atemwegsbeschwerden
-
erhöhte Infektanfälligkeit
-
histaminartige Reaktionen
-
Hautrötungen und Juckreiz
Verdauung und Stoffwechsel
-
Übelkeit
-
Bauchschmerzen
-
Blähungen
-
Durchfall oder Verstopfung
-
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
-
Medikamentenunverträglichkeiten
-
wechselnde Reaktionen auf Alkohol, Koffein oder Zusatzstoffe
Allgemeine Beschwerden
-
ausgeprägte Erschöpfung
-
Muskel- und Gelenkschmerzen
-
Belastungsintoleranz
-
grippeähnliches Krankheitsgefühl
-
verminderte Regenerationsfähigkeit
Die Beschwerden können bei einzelnen Expositionen nur Minuten anhalten oder sich über Stunden und Tage fortsetzen.
Warum geht die Toleranz verloren?
Der genaue biologische Mechanismus ist bislang nicht abschließend geklärt.
TILT ist deshalb als Arbeitshypothese zu verstehen. Mehrere Mechanismen könnten daran beteiligt sein:
-
gestörte neuroimmunologische Kommunikation
-
Mastzellaktivierung
-
neurogene Entzündung
-
zentrale Sensitivierung
-
autonome Fehlregulation
-
oxidativer und nitrosativer Stress
-
mitochondriale Funktionsstörungen
-
Veränderungen der Schleimhautbarrieren
-
Mikrobiomveränderungen
-
gestörte metabolische Verarbeitung einzelner Fremdstoffe
-
epigenetische Anpassungsprozesse
Es ist wahrscheinlich, dass nicht bei allen Betroffenen derselbe Mechanismus vorliegt.
Mastzellen als mögliche Schnittstelle
Neuere Arbeiten untersuchen Mastzellen als mögliche Verbindung zwischen chemischen, nahrungsmittelbezogenen und medikamentösen Intoleranzen.
Mastzellen können auf unterschiedliche physikalische, chemische, immunologische und neuronale Signale reagieren. Ihre Botenstoffe beeinflussen Gefäße, Nerven, Schleimhäute, Atemwege und Verdauung.
In Studien zeigte sich eine erhebliche Überschneidung zwischen den mithilfe des QEESI erfassten chemischen Intoleranzen und Symptomen einer Mastzellaktivierung. Daraus wurde die Hypothese abgeleitet, dass eine fehlregulierte Mastzellantwort bei einem Teil der TILT-Betroffenen eine wichtige Rolle spielen könnte. Dieser Zusammenhang ist wissenschaftlich interessant, aber noch nicht abschließend bewiesen.
Das Mikrobiom als möglicher Regulator
Das Mikrobiom beeinflusst Immunantworten, Schleimhautbarrieren, den Stoffwechsel körperfremder Substanzen und die Kommunikation zwischen Darm und Nervensystem.
Antibiotika, Infektionen, Pestizide, Ernährungsfaktoren und Umweltbelastungen können die Zusammensetzung des Mikrobioms verändern.
Im TILT-Modell wird deshalb diskutiert, ob eine Schädigung mikrobieller Ökosysteme zur verminderten Toleranz gegenüber Chemikalien, Nahrungsmitteln und Medikamenten beitragen könnte.
Diese Verbindung ist biologisch plausibel, jedoch noch nicht ausreichend erforscht, um daraus allgemeingültige diagnostische oder therapeutische Schlussfolgerungen abzuleiten.
Die Rolle von Geruch und Wahrnehmung
Menschen mit TILT reagieren häufig auf Gerüche. Dies wird gelegentlich als Beleg dafür missverstanden, dass die Erkrankung allein psychologisch oder durch eine negative Geruchserwartung verursacht werde.
Gerüche können jedoch gleichzeitig mehrere biologische Systeme aktivieren:
-
den Geruchssinn
-
sensible Nervenfasern der Schleimhäute
-
das trigeminale System
-
das autonome Nervensystem
-
emotionale und vegetative Zentren des Gehirns
-
immunologische Prozesse in Schleimhäuten
Eine Geruchsreaktion ist deshalb weder automatisch toxikologisch noch automatisch psychologisch zu erklären.
Bei einigen Betroffenen kann eine biologische Reaktion im Verlauf mit konditionierten und emotionalen Reaktionsmustern verbunden werden. Eine verantwortungsvolle Behandlung sollte beide Ebenen berücksichtigen, ohne die Erkrankung auf eine davon zu reduzieren.
Der QEESI-Fragebogen
Der Quick Environmental Exposure and Sensitivity Inventory – QEESI wurde entwickelt, um chemische Intoleranzen strukturiert zu erfassen.
Er enthält Bereiche zu:
-
chemischen Unverträglichkeiten
-
sonstigen Intoleranzen
-
Symptomschwere
-
Auswirkungen auf den Alltag
-
laufenden Expositionen und Maskierungseffekten
Der QEESI wurde in verschiedenen Ländern und Sprachen eingesetzt und kann helfen, typische TILT- beziehungsweise MCS-Muster zu erkennen. Er ist ein Screening- und Verlaufsinstrument, kein alleiniger diagnostischer Beweis.
Maskierung – wenn Auslöser nicht mehr erkennbar sind
Ein wichtiger Bestandteil des TILT-Modells ist die sogenannte Maskierung.
Betroffene sind im Alltag oft ständig niedrigen Mengen verschiedener Trigger ausgesetzt. Dadurch kann es schwierig werden, Beschwerden einem einzelnen Stoff zuzuordnen.
Beispielsweise können sich tägliche Expositionen gegenüber Duftstoffen, Reinigungsmitteln, Kaffee, Medikamenten und bestimmten Nahrungsmitteln überlagern.
Die Folge kann ein nahezu kontinuierlicher Beschwerdezustand sein, bei dem Ursache und Reaktion nicht mehr klar voneinander getrennt werden können.
Eine vorübergehende Reduktion relevanter Expositionen kann helfen, individuelle Zusammenhänge besser zu erkennen. Sie sollte jedoch praktikabel bleiben und nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation führen.
Diagnostisches Vorgehen
Eine fundierte TILT-Diagnostik beginnt mit der zeitlichen Rekonstruktion des Krankheitsverlaufs.
Wichtig sind insbesondere:
-
Gesundheitszustand vor Beginn der Erkrankung
-
mögliche Initiationsereignisse
-
Arbeitsplatz- und Wohnraumbelastungen
-
Renovierungen oder Neubauten
-
Pestizid- und Lösungsmittelkontakte
-
Schimmel- oder Feuchtigkeitsschäden
-
Medikamenten- und Antibiotikaverläufe
-
Beginn von Nahrungsmittelintoleranzen
-
Entwicklung chemischer Empfindlichkeiten
-
zeitlicher Zusammenhang von Triggern und Beschwerden
-
Besserung in schadstoffarmer Umgebung
Je nach individueller Situation können ergänzend untersucht werden:
-
internistische und neurologische Differenzialdiagnosen
-
Allergien und Atemwegserkrankungen
-
Mastzell- und Histaminregulation
-
autonome Funktion und HRV
-
Darm und Schleimhautbarrieren
-
Mikrobiom und Verdauungsfunktion
-
Immun- und Entzündungsparameter
-
oxidativer und nitrosativer Stress
-
Nährstoff- und Energiestoffwechsel
-
konkrete toxikologische Belastungen
-
Wohn- und Arbeitsplatzumgebung
Es gibt derzeit keinen allgemein anerkannten einzelnen TILT-Biomarker.
Behandlung – Toleranz erhalten und Regulation ermöglichen
Ziel einer Behandlung ist nicht nur, einzelne Substanzen zu entfernen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der Organismus wieder mehr Stabilität und Toleranz entwickeln kann.
Relevante Initiatoren und Trigger erkennen
Zunächst sollten vermeidbare Belastungen identifiziert werden.
Dabei ist eine Priorisierung wichtig:
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Welche Exposition ist wahrscheinlich klinisch relevant?
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Welche Belastung besteht weiterhin?
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Welche Quelle lässt sich tatsächlich entfernen?
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Welche Veränderung bringt den größten Nutzen bei geringster zusätzlicher Belastung?
Eine vollständige Eliminierung sämtlicher potenzieller Chemikalien ist weder möglich noch immer therapeutisch sinnvoll.
Schadstoffarme Umgebung
Hilfreich können sein:
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duftstoffarme Wohn- und Praxisräume
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gute Belüftung
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schadstoffarme Reinigungsmittel
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Verzicht auf Raumsprays und Duftkerzen
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Überprüfung möglicher Feuchte- und Schimmelquellen
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sorgfältige Auswahl von Baumaterialien und Möbeln
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Reduktion unnötiger Pestizide und Verbrennungsprodukte
Regulation vor Mobilisation
Bei schwer empfindlichen Menschen sollte zunächst stabilisiert und erst anschließend über mobilisierende oder ausleitende Therapien nachgedacht werden.
Zu den möglichen ersten Schritten gehören:
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ausreichende Ernährung und Flüssigkeit
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Stabilisierung von Schlaf und Tagesrhythmus
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Unterstützung von Darm und Schleimhäuten
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Behandlung von Mastzell- und Histaminreaktionen
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Regulation des autonomen Nervensystems
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Korrektur tatsächlich nachgewiesener Nährstoffmängel
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vorsichtige Verbesserung der mitochondrialen Energieversorgung
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Reduktion akuter Entzündungs- und Stressfaktoren
Ausleitung und Entgiftung
Der Begriff Entgiftung wird häufig ungenau verwendet.
Der menschliche Organismus verfügt über komplexe Enzym-, Transport-, Bindungs- und Ausscheidungssysteme. Eine medizinische Unterstützung dieser Systeme kann in ausgewählten Fällen sinnvoll sein.
Sie sollte jedoch nur erfolgen, wenn:
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eine relevante Belastung plausibel oder nachweisbar ist,
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die Expositionsquelle möglichst beendet wurde,
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Nieren, Leber, Darm und Kreislauf ausreichend belastbar sind,
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die Behandlung langsam und kontrolliert durchgeführt wird.
Eine intensive Mobilisation gespeicherter Substanzen kann bei eingeschränkter Ausscheidung Beschwerden verstärken.
Wiedergewinnung von Toleranz
Eine vorsichtige Erweiterung des Lebensraums und der Verträglichkeit kann langfristig ein Therapieziel sein.
Sie darf jedoch nicht als erzwungene Exposition erfolgen, bei der reale körperliche Reaktionen ignoriert werden.
Entscheidend sind:
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ausreichende Stabilität
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eine vertrauensvolle therapeutische Begleitung
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kleine individuell verträgliche Schritte
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Vermeidung schwerer Rückfälle
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Berücksichtigung biologischer und emotionaler Reaktionsmuster
Unser Verständnis im med³
Im med³ verstehen wir TILT als ein wertvolles Modell, um komplexe umweltmedizinische Krankheitsverläufe besser zu strukturieren.
Das Modell hilft insbesondere dann, wenn Patienten berichten:
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vor einem bestimmten Ereignis gesund gewesen zu sein,
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nach einer besonderen Exposition dauerhaft erkrankt zu sein,
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anschließend immer mehr chemische Stoffe nicht mehr zu tolerieren,
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zusätzlich auf Nahrungsmittel und Medikamente zu reagieren,
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in schadstoffarmer Umgebung eine Besserung zu erleben.
TILT erklärt nicht automatisch jeden einzelnen Krankheitsfall. Es eröffnet jedoch eine Perspektive, die über isolierte Organdiagnosen hinausgeht.


- CPPS (Chronic Pelvic Pain Syndrom / chronischer Beckenbodenschmerz)
- Leaky-Gut
- Reizdarm-Syndrom
- Fibromyalgie
- Mitochondriopathien
- Colitis Ulceros
- Morbus Crohn
- Chronisches Schmerzsyndrom
Autoimmunkrankheiten
GPCR-Autoantikörper / Neurotransmitter-Autoantikörper
Morbus Hashimoto
Morbus Hashimoto ein Überblick:
Die Hashimoto-Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung) ist eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen überhaupt. Inzwischen werden bei weit mehr als jedem 10 Menschen in den Industrieländern erhöhte Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe gefunden. Frauen sind hiervon mindestens zwei- bis dreimal häufiger als Männer betroffen.
In der Anfangsphase einer Hashimoto-Schilddrüsenentzündung kann es aufgrund einer entzündlichen Fehlregulation des Schilddrüsenparenchym sowohl zu Phasen mit Überfunktion, Unterfunktion oder „vermeidlicher Normalfunktion“ kommen.
Je nach Verlauf der Entzündung kann so ein sehr langer und schleichender Krankheitsprozess entstehen der häufig nicht ernst genommen wird und noch seltener diagnostisch gesichert wird.
Im Laufe der Zeit kommt es jedoch aufgrund des zunehmenden Verlustes an funktionierendem Schilddrüsengewebe fast immer zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Ist dies erst einmal eingetreten ist dringender Handlungsbedarf aus unsrer Sicht überfällig um die Schilddrüse in Ihrer Funktion und Heilung zu unterstützen.
So spielen sowohl die Steuerung der Gene (Epigenetik) und damit unsere Lebensweise eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen. Auslöser können u. a. sein: Stress, Mangel an Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.), zahlreiche alltägliche Umweltgifte wie Pestizide aus Obst, Gemüse, Wein und die unvermeidlichen Schwermetalle scheinen eine wesentliche Rolle in diesem Zusammenhang zu spielen. Sie selbst haben also sehr konkreten Einfluss auf die Krankheit und deren Verlauf.
Ursache & Auslöser des Morbus Hashimoto:
Als Ursachen für das immunologische Ungleichgewicht werden dauerhafter Stress, chronisch latente Viruserkrankungen (insb. EBV und Herpesvirusinfektionen), seltener bakterielle Erkrankungen und insbesondere Umweltgifte und Schadstoffe diskutiert.
Bei etwa 70 % unserer Hashimoto-Patienten können wir heutzutage einen entzündeten Dünndarm, genannt „Leaky Gut“, nachweisen. Der durch Fehlernährung – also viel zu viel Gluten, zu viel Kuhmilch-Eiweiß, zu viele synthetische Lebensmittelzusätze bei gleichzeitig zu wenig Vitaminen und zu wenig Faserstoffen – entstandene entzündete Dünndarm („Sickerdarm“) lässt Substanzen in die Blutbahn eindringen, die ein gesunder Darm vorstoßen würde. Diese Substanzen können die Schilddrüse schädigen.
Gleichzeitig ist bei sehr vielen Hashimoto-Patienten eine Nebennierenrindenschwäche nachzuweisen, und zwar in dem Sinne, dass das Hormon DHEA vermindert ist und kompensatorisch die Stresshormone Cortisol, Adrenalin, Noradrenalin und oft auch Dopamin (sogenannte Katecholamine) erhöht sind. Die Wiederherstellung auch dieser hormonellen Balance darf bei keiner Hashimoto-Behandlung fehlen. Bitte Link/ Verknüpfung zur Rimkus Therapie und dem Text humanidentische Horminersatztherpie einbauen
Auch hier sehen wir, dass die menschlichen Organe niemals alleine für sich betrachtet werdend sollten, sondern immer der Mensch als Ganzes.
Auslöser für die Fehlregulation des Immunsystems ist dann letztlich meistens wie erwähnt eine chronische Infektion oder die Reaktivierung einer Infektion. So gibt es deutliche Hinweise das VZV, EBV und weiter virale und bakterielle Infektionen (vermutlich über eine molekulare Mimikry) daß diese ein entsprechendes autoimmunes Geschehen auslösen und unterhalten können.
Therapie der Hashimoto-Therapie:
Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe regulieren die Vernetzung der Regelkreise zwischen Gehirn, Blut und der Schilddrüse. Hiermit wird die Produktion und Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen des Schilddrüsenstoffwechsels gesteuert. Die Einnahme entsprechender Mikronährstoffe ist sicherlich eine der sinnvollsten und hilfreichsten Maßnahmen in der Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis.
Zur Neutralisation freier Radikale und weiterer Oxidationsprozesse haben sich natürliche Antioxidantien-Mischungen, die aus Obst und Gemüse gewonnen werden, deutlich besser bewährt als synthetische Mischungen. Die natürlichen Mikrostoffe wirken demnach mehr als 200-mal stärker antioxidativ.
Antientzündlich wirken auch die Omega-3-Fette und können die Intensität der Hashimoto-Entzündung hemmen.
Auch ein Mangel der Spurenelements Jod und Selen wirkt sich schlecht auf den Schilddrüsenstoffwechsel und sogar das Immunsystem aus. Ungewöhnlich hohe Dosierungen von Jod dagegen – wie sie beispielsweise bei Kontrastmitteluntersuchungen in der Radiologie vorkommen – können auch als Auslöser einer Hashimoto-Thyreoiditis infrage kommen.
So spielt das Spurenelement Selen spielt neben Jod eine zentrale Rolle bei der Hashimoto-Therapie. Selen ist ebenfalls für den Schilddrüsenstoffwechsel unerlässlich. In mehreren Studien (Prof. Gärtner München) konnte ein positiver Effekt von Selen (100 bis 200 μg Natriumselenit pro Tag) bei Autoimmunthyreoiditis nachgewiesen werden. Antikörper gegen die Schilddrüsenperoxidase (TPO-Autoantikörper) können reduziert werden. Bei Schilddrüsenunterfunktionen ist die Gabe von Selen unerlässlich.
Vitamin-D-Mangel zeigte sich ebenfalls als ungünstig im Rahmen der Hashimoto-Schilddrüsenentzündung.
Ein gutes, natürliches Mikronährstoffprodukt enthält aber nicht nur Vitamine, Mineralien und Omega-3-Fettsäuren, es sollten auch unterschiedliche sekundäre Pflanzenstoffe enthalten sein. Denn gerade bei der Senkung von autoimmunen Aktivitäten sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide aus Trauben, grünem Tee oder Brokkoli besonders effektiv.
So sollte auch der Ernährung bei Morbus Hashimoto eine große Beachtung zuteilwerden.
Neben der Ernährung und der Therapie mittels Mirkonährstoffen ist die Behandlung (Eliminierung) der toxischen Belastungen und die Behandlung der chronischen Entzündung und chronischen Infektionen als Ursachetherapie auf der somatischen Ebene von entscheidender Bedeutung. Hierfür stehen diverse Therapiemöglichkeiten zur Verfügung die wir mit Ihnen gerne individuell, auf Ihre Bedürfnisse und Ihre Situation abgestimmt, besprechen und planen. Als Beispiele seien hier genannte die Chelattherapie Verknüpfung einbauen) zur Entlastung von Schwermetallen und antientzündlichen Therapie, die INUSpherese® (Verknüpfung einbauen) als effektivstes Einzeltherapeutikum, naturheilkundliche Ausleitungstherapien mit entgiftungsfördernde Kräuterextrakte wie Bärlauch, Brennnessel, Löwenzahn Algen und vielen weiteren, homöopathische Ausleitungen und Behandlungen und eine ganze Reihe weiterer Therapiemöglichkeiten und Konzepte. So ist die effektivste Therapie eine Synergie aus klassischer Schulmedizin und integrativen Verfahren. Den um Ihre Schilddrüse zunächst aus dem Feuer der Entzündung zu entlasten ist eine temporäre Unterstützung mittels Schilddrüsenhormone in der Regel sinnvoll. Daneben ist die natürliche Humanidentische Hormonersatztherapie mit besonderem Augenmerk auf die Nebennierenrinde auch von therapeutische großem nutzen. Erwähnt werden muss an dieser Stelle auch das Umweltgift Rauchen. Rauchen schädigt die Schilddrüse über die pharmakologischen Wirkungen des Nikotins ebenso wie über die zahlreichen Giftstoffe im Zigarettenrauch (insbesondere Benzpyrene). Zudem sind negative Auswirkungen des Passivrauchens und auch negative Auswirkungen auf Kinder im Mutterleib nachgewiesen. So weiß man heute, dass bei Rauchern die besonders wichtigen antioxidativen Enzyme und z. B. Vitamin C in den Zellen deutlich verringert sind. So ist z. B. das Entgiftungsenzyms „Superoxid Dismutase“ (SOD) bei jugendlichen Rauchern deutlich verringert im Vergleich zu Nichtrauchern.
Ernährungshinweise bei Morbus Hashimoto:
Insgesamt kann für die Ernährung bei Autoimmunerkrankungen festgehalten werden: Möglichst wenig kurzkettige Kohlenhydrate (weniger Brot, weniger Nudeln und Reis), dafür jedoch deutlich mehr Gemüse und auch etwas Obst (Zucker und Säure) essen. Zu viele der getreidehaltigen Sattmacher, insbesondere Weizen, fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Fettsäuren.
Eine weitere wichtige Einflussgröße für die Entzündungsregulation ist die Menge an (vor allem industriellen) Trans-Fettsäuren durch frittierte und gebratene Lebensmittel in der täglichen Ernährung. Essen Sie stattdessen öfter frischen Fisch, Wildfleisch aus der Jagd (reich an sekundären Pflanzstoffen und Omega 3-Fettsäuren) und verwenden Sie möglichst viele verschiedene pflanzliche Öle in der Küche mit einem leichten Übergewicht der Omega-3 Fettsäure haltigen Öle (Lein-Öl und Leindotter-Öl oder spezielle Omega 3-Öle).
Der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren in diesen Lebensmitteln hilft, das Gleichgewicht der Fette zu erhalten und damit helfen Sie bei der Regeneration der Zellmembranen und verringern Entzündungen (Omega-6 unterstützt den Stoffwechsel, kann jedoch auch die Entzündung etwas. anfeuern, Omega- 3 wirkt direkt antientzündlich und regenerativ).
Verwenden Sie frische Kräuter und Gewürze. Ihr hoher Gehalt an Spurenelementen ist wichtig für den Schilddrüsenstoffwechsel und die Hemmung der Entzündungen. Zudem fördern Kräuter das Immunsystem und helfen bei der Entgiftung des Gewebes.
Multiple Sklerose (MS)
Multiple Sklerose ein Überblick:
Die MS hat in den letzten Jahrzehnten in den Industrieländern der gemäßigten Zonen erheblich zugenommen. Erstmalig wurde die Krankheit entdeckt, als in den 1870er-Jahren Amalgam (besteht zu 52 % aus Quecksilber) als Zahnmaterial eingeführt wurde.
Ahlrot-Westerlund wies im Jahr 1989 im Hirnwasser von MS-Patienten eine 7,5-fach erhöhte Quecksilberbelastung nach. Sobald bei MS-Patienten das hochtoxische Amalgam entfernt wurde, besserten sich wichtige Blutwerte, pathologische Indikatoren im Hirnwasser nahmen ab, psychische Symptome wie Depressionen, Aggressivität und sogar psychotisches Verhalten schwächten sich ab.
Im Tierversuch konnte sicher nachgewiesen werden, dass zahlreiche alltägliche Umweltgifte ein Krankheitsbild verursachen, das einer MS entspricht. Inzwischen wird der Zusammenhang zwischen MS und chronisch latenten Infektionen mit Viren und Bakterien von vielen Wissenschaftlern postuliert und rückt mehr und mehr in den Fokus der integrativen Therapie und der Forschung der MS.
So scheinen insbesondere chronische und reaktivierte Infektion mittels Herpesviren (VZV und HZV 1 & 2) und Borrelien im Zusammenhang mit einer MS-Erkrankung zu stehen. Konkret bewiesen wurde der Zusammenhang, dass jedes Antigen im zentralen Nervensystem bei experimenteller Verabreichung eine autoimmune Entzündung auslösen kann (Gold und Brück, 2007). Alzheimer-Patienten entwickelten nach einer Impfung mit Amyloid-Peptiden eine MS, auch wurden Fälle beschrieben, in denen Patienten nach einer Tollwutimpfung eine MS entwickelten.
In meiner konkreten, praktischen klinischen Erfahrung konnten wir bei zahlreichen MS-Patienten (in den meisten Fällen) gleichzeitig diverse neurotoxische Belastungen (Nervengift) und chronische Infektionen wie Borreliose und deren Co-Infektionen sowie mit dem Epstein-Barr-Virus nachweisen.
Therapie der MS:
Neben der Ernährung und der Therapie mittels Mirkonährstoffen ist die Behandlung (Eliminierung) der toxischen Belastungen, der chronischen Entzündung und Infektionen so wie der pathologischen Immunphänomenen als Ursachetherapie auf der somatischen Ebene von entscheidender Bedeutung. Hierfür stehen diverse Therapiemöglichkeiten zur Verfügung die wir mit Ihnen gerne individuell, auf Ihre Bedürfnisse und Ihre Situation abgestimmt, besprechen und planen.
So stellt die INUSpherese® nur eine kleine Auswahl von möglichen Therapien zur Entlastung Ihres Systems dar. Insgesamt stellt sich die Therapie der MS wie jeder Autoimmunerkrankung komplex dar und muss unbedingt individuell gestaltet werden.
Es gilt, sowohl das chronisch entzündliche Geschehen, die chronischen Infektionen, die Toxinbelastung, das Immunsystem mit seinen Veränderungen (u. a. pathologischen Immunkomplexen / Darmaufbau) langfristig und effektiv zu behandeln , um Ihrem Körper jeden Weg zur Selbstheilung und Autoregulation zu ebnen.
Ernährungshinweise bei Multiple Sklerose:
Insgesamt kann für die Ernährung bei Autoimmunerkrankungen festgehalten werden: Möglichst wenig kurzkettige Kohlenhydrate (weniger Brot, weniger Nudeln und Reis), dafür jedoch deutlich mehr Gemüse und auch etwas Obst (Zucker und Säure) essen. Zu viele der getreidehaltigen Sattmacher, insbesondere Weizen, fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht der Fettsäuren.
Eine weitere wichtige Einflussgröße für die Entzündungsregulation ist die Menge an (vor allem industriellen) Trans-Fettsäuren durch frittierte und gebratene Lebensmittel in der täglichen Ernährung. Essen Sie stattdessen öfter frischen Fisch, Wildfleisch aus der Jagd (reich an sekundären Pflanzstoffen und Omega 3-Fettsäuren) und verwenden Sie möglichst viele verschiedene pflanzliche Öle in der Küche mit einem leichten Übergewicht der Omega-3 Fettsäure haltigen Öle (Lein-Öl und Leindotter-Öl oder spezielle Omega 3-Öle).
Der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren in diesen Lebensmitteln hilft, das Gleichgewicht der Fette zu erhalten und damit helfen Sie bei der Regeneration der Zellmembranen und verringern Entzündungen (Omega-6 unterstützt den Stoffwechsel, kann jedoch auch die Entzündung etwas. anfeuern, Omega- 3 wirkt direkt antientzündlich und regenerativ).
Verwenden Sie frische Kräuter und Gewürze. Ihr hoher Gehalt an Spurenelementen ist wichtig für den Schilddrüsenstoffwechsel und die Hemmung der Entzündungen. Zudem fördern Kräuter das Immunsystem und helfen bei der Entgiftung des Gewebes.
Rheumatoide Arthritis / Rheumatische Formenkreiserkrankungen
Rheumatoide Arthritis / Rheumatischen Formenkreiserkrankungen ein Überblick:
Unter dem Begriff Rheuma wird eine Vielzahl verschiedener entzündlicher, Verschleiß verursachender Gelenkkrankheiten als auch eine Vielzahl verschiedener Weichteilerkrankungen verstanden. Insgesamt sind in Deutschland mehr als acht Millionen Menschen von den verschiedenen rheumatischen Erkrankungen betroffen.
Das Wort Rheuma bedeutet Fluss und meint damit den fließenden Schmerz, der von Gelenk zu Gelenk oder von Muskel und Weichteilgewebe zu Weichteilgewebe durch den Körper zieht. Umgangssprachlich versteht man unter Rheuma meistens die rheumatoide Arthritis, die auch chronische Polyarthritis genannt wird.
Insgesamt zählen zum rheumatoiden Formenkreis jedoch mindestens 49 Erkrankungen. Was Sie alle gemeinsam haben, ist das es sich um autoaggressive bzw. autoimmune Erkrankung handelt, bei denen zumeist spezifische Autoantikörper (häufig krankheitsspezifisch) nachgewiesen werden können. Die rheumatoide Arthritis (Kurzform: RA) ist eine chronisch entzündliche Systemerkrankung, die zu einer in den meisten Fällen symmetrischen Gelenkentzündung führt und über Jahre hinweg die Gelenkknorpel und die gelenknahen Knochen zerstört. Die in aller Regel schubweise auftretenden Gelenkentzündungen können sehr schmerzhaft sein und verursachen, oftmals gemeinsam mit Muskelschmerzen, letztlich dauerhaft schmerzhafte Bewegungseinschränkungen. Im Laufe der Zeit werden Morgensteifigkeit und Ruheschmerzen der befallenen Gelenke charakteristisch, oft kommen zusätzlich innere Organerkrankungen hinzu.
Bei mehr als 50 % der Patienten führt die Erkrankung innerhalb von zehn Jahren zu dauerhaften Einschränkungen.
Bei anderen Erkrankungen aus dem Formenkreis der rheumatoiden Erkrankungen werden Organe wie die Augen, das Herz, das Knochenmark, die Bandscheiben, die Wirbelkörper oder nur das Bindegewebe von der Entzündung befallen. So können nach langjähriger Erkrankung sogenannte Rheumaknoten in Haut, Lunge und Herz entstehen. Weltweit sind ca. 1 % der Menschen betroffen, Frauen ca. dreimal häufiger als Männer. Meistens tritt die Erkrankung zwischen dem dritten und fünften Lebensjahrzehnt auf. In den Industriestaaten scheint die Erkrankung deutlich häufiger vorzukommen.
Ursachen
Die Ursachen der RA sind fehlgebildete Antikörper. Das Immunsystem unterscheidet grundsätzlich zwischen „fremd“ und „selbst“. Folglich muss sich etwas Fremdes in die betroffenen Gewebe eingenistet haben. Sobald das Immunsystem etwas Fremdes aufspürt, will es dieses bereinigen und beseitigen. Es stellt sich also die Frage, warum das Immunsystem im Falle einer Autoimmunerkrankung wie Rheuma in Millionen von Jahren der Evolution nicht gelernt hat, dieses Fremde erfolgreich zu beseitigen. Folglich muss es ein neues, in Millionen von Jahren Evolution noch nicht aufgetretenes Fremdes sein. Dies können nur, die seit wenigen Jahrzehnten urplötzlich in die Umwelt eingebrachten Umweltgifte sein. Andere Möglichkeiten kommen meiner Meinung nach kaum in Betracht. Umweltgifte kannte die Evolution in Millionen von Jahren nicht. Die wenigen Jahrzehnte, seitdem alle Menschen damit belastet werden, sind nicht einmal ein Wimpernschlag in der Evolution und in der Geschichte der biologischen Anpassungsfähigkeit. Und zeitlich genau mit der Erfindung künstlicher Umweltgifte durch den Menschen vermehrten sich schlagartig und rapide die Autoimmunerkrankungen.
Therapie der RA und Erkrankungen des Rheumatoiden Formenkreise:
Schmerzlinderung und Reduktion der entzündlichen Aktivität müssen den Fokus der Therapie bilden. Die Universitätsmedizin propagiert eine Symptomunterdrückung mit dem hochtoxischen Methotrexat (MTX) in Kombination mit einem Cortison (Prednisolon) in wechselnden Dosierungen. Aber auch mit immunologischen Modulatoren wie den extrem teuren TNF-α-Antagonisten ist eine ursächliche Therapie der RA nicht möglich.
Die Universitätsmedizin bietet bisher nur das Konzept der Symptomunterdrückung mittels Immunsuppressiva und Biologicals. Ein sicheres und effektives Therapieverfahren für medikamentös therapieresistente RA-Patienten bietet die extrakorporale Immunadsorption (IA). Erste erfolgversprechende Erfahrungen zur Effektivität und Sicherheit der Immunadsorption bei RA-Patienten wurden bereits 1994 und 1999 publiziert. In Japan ist die s eine Kassenleistung der Therapie. 1996 bis 1998 wurde die erste randomisierte, doppelt blinde und scheinkontrollierte Studie zum Einsatz der Immunapherese (IA) bei therapierefraktären RA-Patienten durchgeführt. Die signifikante klinische Wirksamkeit der IA wurde in der Studie bewiesen.
Die IA wurde als ambulante Therapie durchgeführt und umfasste zwölf Einzelbehandlungen in wöchentlichem Abstand. Die Wirkungsdauer betrug im Schnitt 37 Wochen (max. 84 Wochen) ohne weitere begleitende immunmodulierende Therapie. Die Studienergebnisse beweisen die Wirksamkeit und Verträglichkeit der IA in der Behandlung der schweren RA.
Die Immunadsorption ist die einzige Therapie, die eine gute, langanhaltende Wirksamkeit mit geringen Nebenwirkungen bei Patienten mit schwerer RA zeigen konnte. So der Bundesverband für Medizintechnologie.
Die INUSpherese® wäscht – vergleichbar der Immunabsorption – nicht nur die Rheuma-Antikörper aus dem Blut, sondern ebenfalls die Entzündungsmediatoren. Die INUSpherese® ist die wissenschaftlich gesicherte ursächliche Therapie der rheumatoiden Arthritis und oft erfolgversprechend. Dazu kommt natürlich die Notwendigkeit eine individuell angepassten Komplexbehandlung. Wie bei allen Autoimmunerkrankungen gilt es den Körper von Toxinen und chronischen Infektion zu entlasten und gleichzeitig das körpereigene Immunsystem zu stärken. So sind eine Darmsanierung und eine moderrate Immunmodulation z. B. mittels Weihrauchs, Teufelskralle Myrre uvm. häufig ein wichtiger Bestandteil einer langfristigen Therapie. So kann eine genetisch bedingte Neigung zu vermehrter Entzündungsreaktion mittels im TNF-alpha Hemmtest nachgewiesen und mittels individuell angepasster Therapie verhindert oder abgeschwächt werden.
Weitere Informationen: https://dgrh.de/Start.html
- Morbus Bechterew
- Psoriasis
- Vitiligo
Herz-Kreislauferkrankungen
- Koronare Herzkrankheit (KHK)
- Arterielle Hypertonie
- Herzinsuffizienz
- Arteriosklerose
- Binswanger (Subkortikale arteriosklerotische Enzephalopathie)
- pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit)
Stoffwechselerkrankungen
- Diabetes Mellitus
- Gicht
- Hyperlipoproteinämie
- Hypertriglyceridämie
- Hyperlipoproteinämie Lp(a)
Degenerative und neurodegenerative Erkrankungen
- Osteoarthritis (Arthrose)
- Multiple Sklerose (MS)
- Morbus Alzheimer
- Morbus Parkinson
- ALS (Amyotrophe Lateralsklerose)
Chronische und akute Infektionen (z. B. chronische Borreliose, Toxoplasmose, EBV & Herpesvirusinfektionen)
Borreliose Stadium III (Lyme-Disease)
Infomationsübersicht zur Pathologie und Besonderheiten der Borreliose Stadium III:
In der Internationalen Literatur werden folgende klinischen Komplexe genannt, die mit der Borreliose zusammenhängen und nach dem CDC-Fragebogen nach Burrascano (2005) abgefragt werden müssen.
Quelle u. a. Petra Hopf-Seidel (11/2009) und Robert,C. Bransfield (2007)
• Ausgeprägte langanhaltende Erschöpfung ohne adäquate Belastung mit langen Ausruhphasen
• Starke Arthralgien unterschiedlicher Lokalisation, schubweises Auftreten, verschwinden ohne Therapie
• Cephalgien, Schmerzen an Schulter, Nacken, Rachen und Zungengegend, oft einseitig auftretend
• Rezidivierende of theapierefraktäre Nasen-Neben-Höhlen Entzündungen
• Lymphknotenschwellungen nuchal, cervikal, axillär, inguinal
• Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe an unterschiedlichen Stellen des Körpers
• Schmerzen und Abrisse von Sehen und Bändern ohne adäquates Trauma, Karpaltunnel Syndrom, Fußsohlenschmerzen, Kreuzbänder, Archillessehnen, Tennis- oder Golfarm, Bizepssehne
• Schmerzen an Fersen und Schienbein, vor allen nachts
• „Wundschmerz“ der Rippenansätze mit Thoraxengegefühl, teilweise mit Atemnot
• Brennschmerzen, Taubheitsgefühle, Juckreiz und Parästhesien auf allen Hautarealen ohne erkennbare dermale Veränderungen
• Zuckungen, nervöse Tics im Gesicht oder andere Muskeln
• Plötzlich auftretende stechende Schmerzen an unterschiedlichen Stellen
• Anfallsweise Herzrasen, Herzstolpern, vor allem Nachts, Reizleitungsstörungen, Myocarditis
• Plötzlich neu auftretender arterieller Hypertonus
• Neurologische Ausfälle des peripheren Nervensystems (Dysästhesien, Tremor, Hemiparese, Paraparesen) und der Hirnnerven(Facialisparese, Trigeminusneuralgie)
• Augenprobleme: Schmerzen, Doppelbilder, Lidschwäche, Nachtblindheit, Verschwommensehen(Mückensehen); Augenbrennen, Augenentzündungen, Gesichtsfeldausfälle(Skotome)
• Funktionsstörungen im HNO-Bereich: Hörsturz, Tinnitus, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen
• Störungen des Geruchs und Geschmackssinnes
• Bannwarth-Syndrom: Syndrom des Bandscheibenvorfalles
• Vegetative Störungen: gestörtes Tempraturempfinden (ausgeprägtes Frieren), Schweißausbrüche vor allem nachts; häufig subfebrile Temperaturen, neu aufgetretene Alkoholunverträglichkeit selbst in kleinsten Mengen
• Sexuelle Störungen: Libidoverlust, erektile Dysfunktion, Brustschmerzen
• Urlogische Störungen: brennende Schmerzen in Blase, Hoden und Prostata ohne Bakteriennachweis, häufiges Wasserlassen auch nachts, Harninkontinenz, Leistenschmerzen
• Gatstrointestinale Symptome: Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, wechselnde Stühle, Verstopfung, Durchfall Appetitverlust, neu aufgetretene Nahrungsmittelunverträglichkeiten z.B. Laktose/Gluten/Fruktoseintoleranz), Leberwertveränderungen im Labor ohne erkennbare Ursachen
• Veränderung des Fettstoffwechsels (neue Hypercholesterinämie) und/oder der Schilddrüsenfunktion mit Autoantikörperbildung gegen Schilddrüsengewebe (Hashimoto-Thyreoiditis)
• Störungen im Tryptophanstoffwechsel mit Serotoninmangel und/oder Bildung von AK gegen Serotonin oder Ganglioside, Melatoninmangel mit Ein-und Durchschlafstörungen, Depressionen, Steigerung der Schmerzempfindung, erstmalig auftretende Panikattacken, Angstzustände
• ADHS bei Kindern, Burn-Out-Syndrom bei Erwachsenen
• Kognitive Störungen: Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Merkfähigkeitsstörungen, Lernstörungen, Probleme beim Lesen, Rechnen, Schreiben, Denken (Nebel im Kopf)
• Selten: psychische Störungen, Psychosen, Bipolarität, Zwangssymptome, Pseudo-Demenz
• Hautveränderungen: Acrodermatitis atrophicans, Erythema migrans, Erythem chronica migrans, Lymphocytom, Morphea, Haarausfälle.
• Arzneimittelunverträglichkeiten: Narkosemittel und Impfstoffe
Quelle: Lehrbuch der „Lyme-Borreliose“ Dr. Walter Berghoff ISBN 978-3-9817705-0-6
Zur Problematik der Labordiagnostik der Borreliose und zur Biologie und Immunologie der Borreliose:
Borrelien sind hochevolutionierte Erreger, die sich im Laufe der Jahrmillionen ihrer Existenz unterschiedlichen Umweltbedingungen angepasst haben und anpassen mussten.
Die Frage also wer zuerst existiert hat und überleben musste ist bereits hiermit zweifellos geklärt.
Borrelien gehören biologisch zu den Schraubenbakterien (Spirochäten) so genannt nach ihrer typischen Morphologie als schraubenförmiger Organismus. Ihre nächsten Verwandten sind Syphilisbakterien (Erreger der Lues - Geschlechtskrankheit) und Leptospiren (Erreger des Wolhynischen Fiebers – primäre Rinderkrankheit auf den Menschen übertragbar vor der Zeit der Pasteurisierung der Milch eine häufig tödliche verlaufende Infektionskrankheit) und der engste Verwandte das tropische Rückfallfieber (Borrelia recurrentis).
Borrelien besitzen eine Doppelmembran und sind daher für Antibiotika und andere Fremdstoff schwer angreifbar. Sie besitzen die einzigartige Fähigkeit zu 2 Verhaltensweisen:
• bei Gabe eines Antibiotikums aus der Gruppe der Zellwandsynthesehemmer (Penicilline und Cephalosporine) bilden sie eine für das Antibiotikum nicht durchdringbare Schleimkapsel, der Erreger überlebt und kann sich weiter ausbreiten.
• Damit ist auch das Phänomen der Chronifizierung der Borreliose unter Cephalosporine vor allem Rocephin (Cefuroxim) erklärbar, insbesondere der Rückzug der Borrelien in immunologisch wenig angreifbare Regionen im menschlichen Körper wie sie das Bindegewebe darstellt. Aufgrund ihrer geringen Durchblutung (Bindegewebe sind sog. bradytrophe Gewebe, d.h. sie haben einen langsamen Stoffwechsel) können sich dort die Borrelien in die Bindegewebszellen zurückziehen und sich verkapseln und als „nackte Formen“ überleben. Dieser Überlebenstrick führt dazu, daß sie vom Immunsystem nur noch schwer entdeckt und angegriffen werden können. Andererseits können sie sich dort vermehren und von dort ausschwärmen, was dann klinisch in einem Schub (z.B. plötzliches unklares Fieber, akute schweres und atypische Rheuma oder akute dann chronifizierende Sehnenscheidenentzündungen oder gar Auftreten von anderen schweren Autoimmunkrankheiten, plötzlichen Sehnenabrissen bei Minimaltraumen, akute „Depressionen“ u.a.m.) führt.
Zur Diagnostik der Borreliose und den Randbedingungen, die zur Auslösung und Unterhaltung der Spätborreliose führen:
In der Diagnostik werden durchgeführt (= allgemein anerkannter Stand medizinischer Wissenschaft):
• Infektionsgenetik der Borreliose ( sog. Epitop Mimikry) mit HLA-DR Genotypisierung:
• So sind assoziiert zu den Verläufen und klinischen Bildern
o Typ 0101 assoziiert mit dem Unvermögen die bisherigen Testmethoden adäquat beantworten zu können, d.h. hierdurch entstehen falsch negative und/oder schwache Reaktionen aud die üblichen Labordiagnostika
o Typ 0401 assoziiert mit dem Verlauf in die rheumatischen Erkrankungen
o Typ 1501 assoziiert mit dem Verlauf in Neuroborreliose bzw. MS-Verlauf (NB: in den angloamerikanischen Ländern ist bei Verdacht auf Multiple Sklerose stets die Borreliose auszuschließen! Dort steht es in jedem Lehrbuch der Neurologie und Innere Medizin, in deutschen Lehrbüchern findet man diesen Hinweis nie!)
• Infektionsimmunologie: TNF-alpha, Interleukin 10, CD57, NK Zellen, LTT Borreliose
• Bestimmung des Genetischen Entzündungsgrades (Schwere 0-4): Die Art und Weise wie der Körper auf Infektionsagentien/Fremdstoffe reagiert ist genetisch fixiert. Dies erklärt, warum Patient A nach einer Infektion mit Borrelien dieser wieder loswird, d.h. auch nie erkrankt (weder akut noch chronisch), Patient B bei derselben Infektion akut schwer erkrankt und chronifiziert.
• Spezifische PCR auf Borrelien: Die normale PCR auf Borrelien hilft nicht weiter, da die DNA der Borrelie gut geschützt ist. D.h. eine negative PCR hat keine Ausschlusskraft auf Borrelien. Sehr viel aussagekräftiger ist die Suche und Bestimmung der Plasmid DNA der Borrelien. Borrelien unterscheiden sich auch von ihren verwandten Spirochäten dadurch, daß Sie viel verschiedenen DNA/RNA in sich tragen, so insbesondre erregerspezifische DNA/RNA die gut geschützt ist und die Plasmidring DNA/RNA, welche die Anpassungsfähigkeit codiert und Resistenzen gegen Zellwandsynthesehemmer ermöglicht, so wie drittens die DNA/RNA der Mitochondrien.
• Bestimmung der Enzymgenetik und ihrer Polymorphismen der Phase I und Phase II der intrazellulären Entgiftungskaskade.
• Bestimmung des nitrosativen Stresses
• Bestimmung des durch Infektion ausgelösten Neurostress
• Bestimmung des intrazellulären ATP als Maß für die Zellenergie und Leistungsfähigkeit der Immun- und anderer Körperzellen vor allem der Gehirn- und peripheren Nervenzellen
• Bestimmung des intrazellulären Glutathions als Maß für die Entgiftungskapazität aller Immunzellen
• Zusatzbelastung mit Schwermetallen/Pestiziden/Lösemitteln/Feinstäuben
Der Lymphozytentransformationstest für Borrelien (LTT- Borrelien):
Die Diagnose der Borreliose im Frühstadium sollte überwiegend nach klinischen Kriterien erfolgen. Antikörper sind erst bis zu acht Wochen nach der Infektion nachweisbar. Zu beachten ist aber, dass eine nicht geringe Zahl klinisch symptomatischer Fälle aller Stadien serologisch nicht eindeutig zu beurteilen ist und auch deshalb der klinischen Diagnose die größte Bedeutung zukommt.
Außerdem weist der positive Nachweis von borrelienspezifischen Antikörpern lediglich nach, dass in der Vergangenheit eine Borrelieninfektion erfolgte, ob diese zum Zeitpunkt der Untersuchung noch aktiv ist oder die Erreger durch das Immunsystem bzw. eine Therapie eliminiert wurden, kann mit serologischen Methoden nicht entschieden werden. Damit kann auch die Diagnosestellung der Borreliose im Stadium II/III schwierig werden. Hinzu kommt, dass serologische Testmethoden wegen des Polymorphismus der spezifischen Borrelienantigene bis jetzt nicht ausreichend standardisiert wurden und die Beurteilung der Immunoblot-Ergebnisse viel Erfahrung des durchführenden Labors erfordert.
Nach umfangreichen Voruntersuchungen und Erprobung an mehr als 3000 Patienten kann der Lymphozytentransformationstest mit Borrelien-Testantigenen (LTT-Borrelien) als zusätzliches diagnostisches Kriterium zum Nachweis einer aktuell aktiven Borrelieninfektion dienen. Dabei wird die zelluläre Immunantwort von im Blut zirkulierender Lymphozyten auf Borrelienproteine nachgewiesen. Der Test fällt dann positiv aus, wenn borrelienspezifische T- Lymphozyten im Blut des Patienten vorhanden sind. Diese weisen darauf hin, dass sich das Immunsystem zum Zeitpunkt der Blutabnahme in einer immunologischen Auseinandersetzung mit dem Erreger befindet. Erfolgt daraufhin eine effektive antibiotische Behandlung, wird der LTT- Borrelien ca. 4 bis 6 Wochen nach Therapie überwiegend negativ bzw. es kommt zumindest zu einem signifikanten Rückgang der Stimulationsquotienten (SI- Werte). Das Ergebnis der LTT-Borrelien gibt damit dem behandelnden Arzt einen Hinweis über die Effektivität der antibiotischen Therapie bei dem jeweiligen Patienten.
Die von uns durchgeführten Untersuchungen im Rahmen der Validierung des LTT´s im Institut für Medizinische Diagnostik (IMD Berlin) zeigen eine Sensitivität der Methode vor antibiotischer Behandlung von 89,4%. Die Spezifität betrug bei seronegativen Patienten/Probanden 98,7% und bei seropositiven Patienten 91,6%.
Quelle: von Baehr et al. The lymphocyte transformation test for borrelia detects active lyme borreliosis and verifies effective antibiotic treatment. Open Neurol J. 2012;6:104-12.
Die Ergebnisse zeigen, dass der LTT auch bei lege artis durchgeführter Methodik keine 100%ige Spezifität hat, was bei der Beurteilung der Gesamtheit von Laborbefunden Beachtung finden muss. Ein negativer Befund im LTT-Borrelien-Test schließt eine aktive Infektion allerdings nicht sicher aus. Das Primat für die Diagnose einer Borreliose und die darauf beruhende Therapieindikation sollte deshalb immer die Beurteilung des klinischen Bildes haben.
Indikationen für den LTT-Borrelien
• Klinischer Verdacht auf eine Borreliose bei fraglichen serologischen Befunden
• Verdacht auf persistierende Borreliose nach anamnestischer antibiotischer Behandlung
• Therapiekontrolle nach antibiotischer Behandlung
• Klinischer Verdacht auf Reaktivierung einer Borrelieninfektion
Abwehrmechanismen der Borrelien gegenüber Antibiotika und gegenüber dem menschlichen Immunsystem (Stand medizinischer Wissenschaft vorgetragen in 4/2014 auf dem deutschen Borreliosekongress in Erfurt (Vortrag Dr. Huismans)
• Variantenreichtum der Borrelien und Borrelien Pleomorphie
• Bildung von Biofilm-Organisationen, Quorum sensing
• Intrazellulärer Aufenthalt der Borrelien
• Aufenthalt der Borrelien in lipidreichen und minderdurchbluteten Geweben
• Bakterielle Efflux-Mechanismen
• Bildung von beta-Laktamase
• Begünstigung der Borrelien-Expansion durch Zeckenspeichel-Faktoren
• Depression von Komplementfaktoren
• Änderung der Borrelien-Immunogenität
• Sequestrierung von Wirts-Antikörpern
• Depression der CD57 Fraktion der Killerzellen
• Horizontaler Gentransfer
- EBV (Epstein-Barr-Virus)
- Herpes Zoster (Gürtelrose)
- HSV 1 & HSV 2 (Herpes labialis et genitalis)
- Toxoplasmose
- Bartonellose
- Babesien-Infektion
- Ehrlichiose
- Anaplasmose
- Rickettsiosen
- Mykoplasmen-Infektion
- Chlamydien-Infektionen
- Chronische Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
- Chronische Prostatitis
- CPPS
Vergiftungen
- Umweltgiftbelastungen (Weichmacher, Schwermetallvergiftungen, Belastungen mit endokrinen Disruptoren, Mikroplastikbelastungen, Lösungsmittelbelastungen, Medikamentenbelastungen)
Allergien
- Heuschnupfen
- Urtikaria (Nesselsucht)
- Lebensmittelallergien
- Lebensmittelunverträglichkeiten
Weitere Erkrankungen
- Allergien
- Depression
- Burnout
- Nebennierenrindeninsuffizienz
- Regulationsstarre
- Hormonelle Dysbalance
- Krebserkrankungen



